Gitarrist der Extraklasse: Ewan Dobson im Schlachthof

Karge Ansagen, brillantes Spiel: Gitarrist Ewan Dobson aus Kanada. Foto: Fischer

Kassel. Wo ist denn der zweite Gitarrist? Hinter dem Vorhang? Nein – kaum zu glauben, aber wahr: Für diese grandiose Verschmelzung von Rhythmen, Soli und Begleitung sorgt Ewan Dobson tatsächlich allein - in einer atemberaubenden Geschwindigkeit und mit unglaublicher Technik.

Donnerstagabend gastierte der mit vielen Preisen geehrte kanadische Musiker im gut gefüllten Schlachthof. Sein facettenreiches, temperamentvolles Gitarrenspiel weckt viele Assoziationen – und geht oft richtig rockig ab. Doch der Meister hat mehr zu bieten: Bluegrass, Klassik, Metal, Folk bis hin zum Soundtrack für ein Videospiel reicht das Repertoire des 34-Jährigen, der in Richmond Hill geboren wurde, Ontario zweimal im Finale der Canadian Music Competition vertrat und dabei die höchste Auszeichnung für Gitarre erhielt.

So vielseitig der junge Musiker sein Instrument erklingen lässt, so bescheiden, eher einsilbig sind seine kurzen Ansagen. Er lässt lieber sein Instrument sprechen, mixt bei einem Stück sogar spanisches und orientalisches Flair dazu. Bei Dobsons herausragender Technik gibt es aber eine klare Grundordnung. Die stark akzentuiert angeschlagenen tiefen Saiten legen das Rhythmus-Fundament, auf dem alle anderen Facetten Bewegungsfreiheit bekommen.

Nach der Pause setzt Dobson doch auf einen Partner: die Technik. Ein Drumcomputer begleitet ihn. Die Illusion, dass mehrere Musiker aufspielen, ist perfekt. Zum Schluss: „Time 2“, ein Stück, das als Videohit im Internet Millionen Mal angeklickt wurde. Lang anhaltender Applaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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