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Kantorei St. Martin sang Weihnachtsoratorium zugunsten der Aktion Advent

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Von: Bettina Fraschke

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Chorkraft: Sänger der Kantorei St. Martin und Musiker des Staatsorchesters unter Leitung von Eckhard Manz in der Martinskirche.
Chorkraft: Kantorei St. Martin unter Leitung von Eckhard Manz in der Martinskirche. © Dieter Schachtschneider

Mit einem glanzvollen Auftritt sang die Kantorei St. Martin unter der Leitung von Eckhard Manz Teile des Weihnachtsoratoriums zugunsten der Aktion Advent

Kassel – „Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und lass dirs wohlgefallen.“ Der Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ wurde am Sonntag zum Kraftfeld der Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach in der Martinskirche. Nur der Chor sang, die Instrumente schwiegen, und so konnte das Publikum im voll besetzten Gotteshaus Innigkeit und pure Menschlichkeit – und somit in Choral und Textbotschaft den Kern der Weihnachtsbotschaft – erleben.

Dass zur adventlichen Stimmung auch barocker Glanz mit Trompete und Oboe gehört, die berühmten Paukenschläge und Triller des Beginns, die überwältigende Stimmkraft eines großen Chors – das boten Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz mit der Kantorei und dem Orchester St. Martin natürlich ebenso. Der Auftritt zugunsten der Aktion Advent der HNA, mit der Menschen in Notlagen geholfen wird, wurde lang und teilweise im Stehen beklatscht.

Gesungen wurden neben der ersten Kantate die weniger bekannten Teile vier bis sechs, Manz und alle Mitwirkenden arbeiteten musikalisch den unterschiedlichen Charakter heraus, differenzierten Tempi und Temperaturen fein. Zu den Höhepunkten gehörte etwa die Arie „Erleucht auch meine finstre Sinnen“ von Tobias Schnabel mit viel Bassfülle. Tenor Joscha Lennart war nicht nur ein lebendig erzählender Evangelist, sondern trat in der Arie „Ich will nur dir zu Ehren leben“ in einen innigen Dialog mit den Violinen – bei flottestem Tempo.

Altistin Ulrike Schneider setzte Glanzlichter mit „Bereite dich Zion“, aber auch dem nachdenklichen „Sucht ihn in meiner Brust“ in der Chornummer „Wo ist der neugeborne König der Juden“.

Frisch und voller Fülle der Sopran von Jeanne Seguin etwa in „Flößt, mein Heiland“. Besondere Innigkeit verströmte das Terzett „Ach, wenn wir die Zeit erscheinen“. Eckhard Manz’ Herangehensweise, mit viel Fülle, aber nicht wuchtig und schwer singen zu lassen, zeigte sich auch im feierlichen, sehr gemessen musizierten Choral „Wie soll ich dich empfangen“ und im herrlichen Chorstück „Jesu richte mein Beginnen“ mit seinem dunklen Hornglanz und dem ganz zarten Ausklang.

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