Wolfram Geiss und Michael Kravtchin brillierten beim Kammerkonzert im Opernfoyer

Glanzlichter für Cello

Wolfram Geiss Fotos: nh

Kassel. Einen „musikalischen Streifzug durch Europa“ versprach am Mittwochabend das 8. Kammerkonzert im Opernfoyer des Staatstheaters. Solocellist Wolfram Geiss und Pianist Michael Kravtchin waren kurzfristig für das durch Erkrankung verhinderte Thalia-Quintett eingesprungen. Rund 120 Zuhörer wurden von beiden Künstlern durch einen Abend mit beliebten Glanzlichtern der Celloliteratur geführt.

Mit den „Variationen über ein slowakisches Thema“ des Tschechen Bohuslav Martinu und der bekannten Cellosonate op. 119 von Sergej Prokofjew standen nicht eben leichtgewichtige Stücke im ersten Programmteil. Während sich die Variationen vor allem durch eine unbändige Mischung aus vertrackten Rhythmen, aufleuchtender Melancholie und eigensinniger Ruppigkeit auszeichnen, ließen die beiden stets eindrucksvoll abgestimmt agierenden Musiker die Prokofjew-Sonate als weite, inspirierende Klanglandschaft entstehen.

Entgingen Geiss und Kravtchin beim ersten Werk durch ein gutes, aber zügiges Tempo der Gefahr des Fragmentarischen, so stand ihnen gerade die russische Sonate mit ihrer Mischung aus impressionistischem Klangzauber und innerer Gespanntheit, Humor und virtuosem Elan ausgezeichnet.

Kleinteiliger ergab sich der zweite Teil, der effektvoll mit den Charakterstücken „Allegro appassionato“ und dem sehr romantisch interpretierten „Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns begann. Nach der temperamentvollen „Suite populaire espagnole“ Manuel de Fallas fand der Abend seinen Ausklang in zwei Werken Chopins: „Introduktion und Polonaise brillante“ forderte vor allem die Virtuosität des Pianisten, der langsame Satz aus Chopins später Cellosonate bot dagegen einen stimmungsvollen Abschluss.

Von Felix Werthschulte

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