Glauben Sie eigentlich an Magie

Thimon von Berlepsch hypnotisierte 450 Gäste in der Baunataler Stadthalle

Meister der Illusion: Thimon von Berlepsch war zu Gast in der Stadthalle Baunatal. Foto: Fischer

Baunatal. Niemand meldet sich, als Thimon von Berlepsch 450 Gäste in der Baunataler Stadthalle fragt, ob sie an Magie glauben. „Das lässt hoffen“, sagt er grinsend.

Man mag das als Rückschlag empfinden. Doch es war dieser frühe Moment in seiner Show „Der Magier“, an dem der 37-Jährige am Montagabend das Publikum für sich gewonnen hatte.

Dabei führt der Wahl-Berliner durch seine Vergangenheit. Er erzählt von der Kindheit auf Schloss Berlepsch bei Witzenhausen, wo er ein altes Zauberbuch gefunden und seine Karriere als Magier begonnen hat. Dabei zeigt er Tricks, die man zwar von einem erfahrenen Illusionisten erwarten darf, deren Intensität er aber während der Show mit großen Schritten steigert.

Anfangs noch zerpflückt er die Schnur eines Luftballons, lässt sie zwischen Daumen und Zeigefinger neu entstehen und verwandelt einen 50- in einen 100-Euro-Schein. Doch dann warnt er seine Gäste, sie sollten sich bewusst machen, dass die folgende Einlage eine Illusion ist, und durchstößt seinen nackten Arm mit einer langen Stricknadel. Als Blut aus der Wunde fließt, findet der einzige Notarzt-Einsatz des Abends statt. Versorgt wird aber nicht der Magier, sondern ein Zuschauer, für den diese Einlage wohl zu echt wirkte.

Als von Berlepsch die Grenze des Greifbaren dann mithilfe eines schwebenden Tisches längst hat verschwimmen lassen, hypnotisiert er das Publikum. Zuschauer, die ihre Hände gefaltet haben, können sie nicht mehr lösen. Eine Zuschauerin verbiegt in Trance ein Fünf-Cent-Stück nur durch Reibung. Andere können sich nicht mehr von ihren Stühlen erheben, obwohl von Berlepsch ihnen dafür Geld bietet.

Wer erwartet hatte, hier nur einen Trickkünstler zu erleben, der sieht sich bald erneut der Frage gegenüber, ob er eigentlich an Magie glaubt oder nicht. „Wir glauben eigentlich nicht daran, aber die Hände ließen sich einfach nicht lösen“, sagt Margrit Kraft aus Vellmar. Ihr Ehemann Manfred ergänzt: „Wir kommen jederzeit gern wieder.“

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