Glitzernde Fröhlichkeit: Jubel für die Operettengala des Staatstheaters

+
Agierten mit viel Schwung: Dirigent Patrik Ringborg und die Musiker des Staatsorchesters.

Kassel. Auf eine Reise in die beste aller Operettenwelten begab man sich im ausverkauften Kasseler Opernhaus am Neujahrstag.

Lesen Sie auch

Ein musikalisches Ereignis: Mozarts c-Moll-Messe beim Silvesterkonzert

Eingangs kauerte eine Assistentin im Dirndl auf dem Kanapee, später war eine Dame in Rot kess auf dem Konzertflügel platziert, und zum dicken Ende herrschte gar ein Primadonnenstreit. Es gab fürwahr viel zu sehen und zu hören bei der Operettengala des Staatstheaters Kassel.

Die „ernst genommene Sinnlosigkeit“ (so ein von Moderatorin Insa Pijanka zitiertes Karl-Kraus-Aperçu über die Operette) schlägt dabei mit Melodien von Johann Strauss, Franz Lehár und anderen Tonsetzern lustvoll zu. Für instrumentalen Schwung, wenn nötig auch fürs große Sentiment sorgt Generalmusikdirektor Patrik Ringborg am Pult des Staatsorchesters. Und die Gesangssolisten des Ensembles werden mit Jubel bedacht.

Als Lady in Red setzt Sara Eterno zum Puccini-Schlenker an, um später mit kostbarem lyrischem Sopran bei Lehár zu erwärmen. Quicklebendig, sanges- und bewegungsfreudig die Sopranistin Nina Bernsteiner. Sie trägt etwa Strauss’ Klänge der Heimat auf, nachdem sich Mezzosopranistin Maren Engelhardt als Prinz Orlofsky Gäste eingeladen hatte. Zuletzt beweisen die drei Sängerinnen viel Selbstironie. Wer ist die wahre Primadonna, welche Lippen küssen am heißesten?

Unter den Herren glänzt vor allem Dong Won Kim, der strahlende Tenortöne in die Runde schickt. „Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“ beteuert Bass Krzysztof Borysiewicz, während Bariton Geani Brad ins Maxim eilt. Mit von der Partie sind außerdem der Tenor János Ocsovai und der Opernchor.

Nicht zu vergessen die Bravourarie „Glitter and Be Gay“ der mit agiler Stimme gesegneten Sopranistin Ingrid Frøseth. Ihre hinreißende Arie stammt aus Leonard Bernsteins Musical „Candide“, das auf dem gleichnamigen Roman des Aufklärers Voltaire basiert, einer bitterbösen Abrechnung mit dem Optimismus. Die beste aller Welten gibt es ja nur auf der Operettenbühne.

Wieder am: 9. Januar, 13. Februar und 25. Februar im Kasseler Opernhaus. Karten: 0561/ 1094-222

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.