Erst Konzert in Kassel, dann Kreativpause

Die globale Band aus Kassel: Milky Chance kommen nach Hause

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Nur für den Fotografen abgehoben: Für ihr Nordamerika-Tour-Plakat gingen Clemens Rehbein (von links), Philipp Dausch und Antonio Greger kurz in die Luft.

Mit einem Konzert in der Kasseler Stadthalle verabschiedet sich das international gefeierte Pop-Duo Milky Chance am Freitag in die Kreativpause. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Die Rückkehr ist für Milky Chance auch ein Abschied: Erst heute kommt das Kasseler Pop-Duo von seiner Nordamerika-Tour nach Hause. Am Mittwoch traten Clemens Rehbein und Philipp Dausch (beide 22) mit ihrem Live-Gitarristen Antonio Greger (23) noch in Portland (Oregon) auf. Am Freitag spielen sie in der Kasseler Stadthalle ihr letztes Deutschland-Konzert, bevor es in eine lange kreative Pause geht, um ihr zweites Album aufzunehmen. Eine Zwischenbilanz ihres immer noch unglaublichen Erfolgs.

DIE AUSZEICHNUNGEN 

Alles begann am 4. April 2013, als Rehbein und Dausch das Video zu ihrem Song „Stolen Dance“ bei Youtube hochluden. Im Sommer davor hatten die beiden an der Jacob-Grimm-Schule ihr Abi gemacht, nun wurden sie zu Popstars. Allein die Originalversion des Clips wurde bis heute fast 170 Millionen Mal abgerufen. Für die Single gab es weltweit dreimal Multiplatin, zweimal Platin und fünfmal Gold. Das Album „Sadnecessary“ wurde mit fünf Goldenen Schallplatten ausgezeichnet.

Das alles haben Milky Chance ohne große Plattenfirma im Rücken geschafft. Sie gründeten ihr eigenes Label Lichtdicht Records. Die Auszeichnungen hängen auf dem Klo im Firmenbüro am Kasseler Ständeplatz.

DIE FANS 

Die Musik, die Reggae-Rhythmen mit Club-Sounds mischt und die Rehbein „Singer-Songwriter-Elektro-Schranz“ nennt, kommt nicht nur bei jungen Frauen gut an, wie man bei Konzerten zu glauben meint. Zwar sind von den fast 600.000 Facebook-Fans 63 Prozent weiblich (und von denen wiederum 32 Prozent zwischen 18 und 24 Jahren), aber beim Streaming-Dienst Spotify halten sich die Geschlechter fast die Waage. Dort hören sogar etwas mehr Männer als Frauen die Songs von Milky Chance.

DER WELTWEITE ERFOLG 

Nicht nur beim Festival in Kansas City (rechts) machte Clemens Rehbein auch von hinten eine gute Figur.

Auf der Spotify-Landkarte sind Milky Chance vor allem in Amerika gefragt. Ein Viertel aller Abrufe kommt aus den USA. Die Top-3-Städte weltweit sind Mexiko-Stadt, New York und Los Angeles, Berlin folgt erst auf Rang acht. Milky Chance kommen zwar aus Kassel, werden aber als globale Band wahrgenommen.

Dafür sorgten auch US-Promis wie Popstar Miley Cyrus und Schauspielerin Mila Kunis, die im Sommer 2014 auf Instagram und bei Twitter das Pop-Duo empfahlen. Milky Chance traten im US-Fernsehen auf und bekamen auch in Australien Multiplatin. Im Oktober geht es sogar noch für drei Konzerte nach Südafrika.

DIE FIRMA 

Neun Mitarbeiter arbeiten für die Plattenfirma Lichtdicht, die sich nicht mehr nur um Milky Chance kümmert, sondern auch um den Wiener James Hersey und das deutsch-britische Trio Kafka Tamura. Weltweit arbeitet Lichtdicht mit anderen Plattenfirmen und Agenten zusammen. Die Basis bleibt aber Kassel, wo Rehbein und Dausch zwischen den 117 Konzerten, die allein seit Mai 2014 auf dem Programm standen, immer wieder auftanken. „Ich bin nicht der Berlin-Typ“, sagt Rehbein.

DIE ZUKUNFT 

Ein Herz für Nordhessen: Auch in den USA haben Philipp Dausch (links) und Clemens Rehbein ihre Heimat nicht vergessen.

In den nächsten Monaten werden Milky Chance am Nachfolgealbum zu „Sadnecessary“ arbeiten, das im Sommer 2016 erscheinen soll. Angeblich will sogar US-Starproduzent Rick Rubin (Johnny Cash, Beastie Boys) mit den Newcomern arbeiten. Dausch hat gerade angekündigt, dass „wir das neue Album mit befreundeten Musikern in Kassel aufnehmen werden“. Der nächste Hit wird also wieder made in Kassel sein.

Milky Chance: Freitag, 20 Uhr, Stadthalle Kassel: Vor-Acts: Témé Tan und Ami Warning. Resttickets gibt es hier

Der BR hat eine 30-minütige Dokumentation über Milky Chance gedreht.

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