Gloria statt Halligalli: TV-Star Klaas Heufer-Umlauf mit Indie-Rock im Kulturzelt Kassel

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Zwischendurch war er dann doch wieder Moderator: Gloria-Sänger Klaas Heufer-Umlauf im Kasseler Kulturzelt.

Kassel. Im Fernsehen macht Klaas Heufer-Umlauf „festlich inszenierten Schwachsinn“, im Kasseler Kulturzelt schlug er nun mit seiner Band Gloria ernste Töne an - und zwar ganz souverän.

Seit 2008 basteln Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavassol an Songideen. Mit ihrem Musikprojekt Gloria haben der singende „Circus Halligalli“-Moderator und der Gitarrist der Band Wir sind Helden das Überraschungsalbum im Herbst abgeliefert. Ihre ruhigen und melodiösen Indie-Rock-Songs präsentierten sie am Freitag im Kasseler Kulturzelt - ohne Schnickschnack und Späße, sondern mit Emotionen und Ernsthaftigkeit.

Dabei wirkte es schon etwas skurril, wenn Heufer-Umlauf, der mit seinem Moderationspartner Joko Winterscheid sonst „festlich inszenierten Schwachsinn“ macht, plötzlich ernste Töne anschlägt, der an Indie-Größen wie Tocotronic und Kettcar erinnert.

In „Eigenes Berlin“ singt der 30-Jährige von seinem zwiespältigen Verhältnis zu seiner Wahlheimat. Es geht um den Zwang, aus beruflichen Gründen in einer Stadt leben zu müssen, in der man eigentlich nicht leben will, weil man dort nie Ruhe und Beständigkeit finden wird. „Ihr könnt froh sein, hier leben zu dürfen“, rief der aus Oldenburg stammende Moderator dem Publikum zu, ehe er sich einen Schluck Kasseler Kräuterschnaps genehmigte.

Neben Sänger Heufer-Umlauf und Tavassol an der Gitarre komplettierten Marcus Schneider (Gitarre), Ruben Seevers (Bass), Tim Schierenbeck (Drums) und Deniz Erarslan (Gitarre) das glorreiche Team. Nicht nur eigene Songs wie „Warten“ und „Wie sehr wir leuchten“ standen auf dem Programm, sondern auch Coversongs wie „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode.

Ganz ablegen konnte der begnadete Moderator den Showmaster und Massenunterhalter allerdings nicht. Zwischen den Songs erzählte er zahlreiche Anekdoten, etwa von seinem Musikerfreund Ali Zuckowski, dem Sohn von Kinderlieder-Barde Rolf Zuckowski. „Immer wenn ich ihn mittags um zwei anrufe, erzählt er mir, wie krass gut er gerade eben einen Gig mit seinem Vater abgeliefert hat.“

Krass gut war auch die Arbeit des Soundtechnikers, der dafür sorgte, dass jede Gitarre glasklar zu hören war. Der Lagerfeuer-Sound passte perfekt in das gemütliche Ambiente im Kulturzelt.

Von Daniel Göbel

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