Das Staatstheater zeigt „Nur ein Tag“ für Kinder ab sechs

Glück ist immer da

Ungleiche Freunde: Uwe Rohbeck (Fuchs, von links), Alina Rank (Eintagsfliege), Uwe Steinbruch (Wildschwein). Foto: Ketz

Kassel. „Wer nur einen Tag hat, braucht das ganze Glück in 24 Stunden“, sagt die Eintagsfliege. Doch sie meint damit nicht sich selbst, sondern den Fuchs.

Das Wildschwein hat ihr weisgemacht, der Fuchs sei ein „Eintagsfuchs“ und er sei es, dessen Leben schon am Abend vorbei sein wird. Denn die Kumpels wollen dem frischgeschlüpften Insekt keinesfalls die Wahrheit mitteilen.

Wie es sie schließlich doch erfährt - und trotzdem mit sich im Reinen ist, wie die drei Freunde einen Tag bis zum Rand mit Glück anfüllen, und wie die gestandenen Mannsbilder sich Hals über Kopf in das zarte Geschöpf verlieben, erzählt Martin Baltscheit in seinem Kinderstück „Nur ein Tag“, das Dieter Klinge fürs Staatstheater auf die Bühne des tif gebracht hat. Ein Nachmittag zum Lachen und zum Weinen, der so wunderbar die Balance zwischen saukomisch und herzzerreißend hält, wie es nur großen Darstellern gelingt.

Uwe Steinbruch und Uwe Rohbeck sind ein fulminantes Wildschwein-und-Fuchs-Duo. Höchst komödiantisch, mal eitel, mal rustikal, spielen sie die Waldtiere, die das Schlüpfen der Fliege (eine bezaubernde Alina Rank) erleben, und sich ihrer sogleich annehmen.

Leben und Sterben sind die großen Themen, die „Nur ein Tag“ sehr ernst verhandelt, die Altersempfehlung für Kinder ab sechs Jahren ist sicher richtig, es wird auf keinerlei Kindertümelei zurückgegriffen.

Gerade deshalb können sich Grundschüler in ihrem Wissensdrang zu Tod und Sterben hier bestens wiederfinden. Und was „das ganze Glück in 24 Stunden“ ist, zeigen die drei Darsteller plus Musiker Georgy Vysotsky auf der poetischen Bühne von Silke Becker (auch Kostüme), die vier Holzinseln aufgebaut hat, auf denen Wälder aus bunten Regenschirmen wachsen: Sie spielen Schule, Hochzeit, Vater-Mutter-Kind, Geburtstagsfest, sie verkleiden sich, singen, kuscheln, trösten sich. Und in einem Spiel im Spiel schließlich geben Steinbruch und Rohbeck ein alterndes Ehepaar, wo ebenfalls gestorben wird, steigern sich so hinein, dass sie sich von ihren Gefühlen wegtragen lassen. Sensationell. Viel Applaus.

Wieder am 14.3. und 5.4., Karten: Tel.  0561-1... .

Von Bettina Fraschke

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