Der Weg zum Glück: Werner Tiki Küstenmacher und sein Gehirn-Buch

Werner Tiki Küstenmacher Foto: Gebhardt

Kassel. Der Limbi: ein putziges Kerlchen, irgendetwas zwischen Krümelmonster und Shaun das Schaf.

So groß wie ein Tischtennisball, lebt der Limbi in unserem Oberstübchen und fühlt für uns, ist für Lust und Unlust verantwortlich, für Angst, Freude, Trauer, Wut, Ekel, Überraschung und Verachtung. Wenn sich so etwas in unserem Leben bemerkbar macht, sind das „Limbi-Momente“. So einfach ist das. Werner Tiki Küstenmacher stellte vorgestern in der bestens besuchten Buchhandlung am Bebelplatz sein neues Buch „Limbi: Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn“ vor.

Küstenmacher ist so sympathisch wie sein Limbi, irgendwie knuffig, zum Anfassen, einer, der immer lächelt. Er liest seinen neuen Ratgeber nicht einfach vor, was sicherlich langweilig wäre. Nein, er plaudert, streut Anekdötchen ein und garniert das Ganze mit lustigen Cartoons, die er live zeichnet.

Küstenmacher hat mehr als 100 Bücher veröffentlicht. Als evangelischer Pfarrer ist das Leben an sich, und wie man sich darin schön einrichtet, sein Dauerthema.

Nun hat er den Limbi als Schlüssel zum persönlichen Glück entdeckt, besser: ihn dazu gemacht. Gehirnkundlich ist das „Limbische System“ gemeint, im Gegensatz zum Cortex, wo das (intellektuelle) Denken stattfindet, das Hinterfragen, Entscheiden, Abwägen, Zergliedern.

Der Limbi ist schnell, spontan und fackelt nicht lange. Küstenmachers rhetorischer Trick ist, diese komplexe neurologische Angelegenheit entsprechend seinem Weltbestseller „Simplify Your Life“ komplett zu vereinfachen, indem er es knuffig personifiziert.

Widersprüche klärt er allerdings nicht auf. Mal ist Limbi unser Helfer in der Not, dann sollte man sich nicht alles von ihm gefallen lassen. Am Ende beleuchtet Küstenmacher noch das Geheimnis der Liebe. Dann wird der Büchertisch gestürmt.

Werner Tiki Küstenmacher: Limbi: Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn. Campus, 383 S., 22 Euro.

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