Goldene Schlagerwelt im Theaterstübchen

Eine volle Bühne: Das Residance Orchester Cassel mit Moderator Rainer Nentwig. Foto: Fischer

Kassel. Wie gut, dass Theaterstübchen-Chef Markus Knierim beim Umbau seines Clubs auch an eine größere Bühne gedacht hat. Die 20-köpfige Formation des Residance Orchester Cassel, bestückt mit Bläsern, Streichern, Klavier und Stimme, hätte früher bestenfalls übereinander auf die Bühne gepasst.

Das wäre zwar eine Bewerbung bei „Wetten dass ..?“ wert gewesen, aber die Musik hätte wohl darunter gelitten. Und das wäre bei diesem funkelnden Repertoire mehr als schade: Evergreens aus der Schlager-, Schnulzen- und Filmwelt der 20er- bis 40er-Jahre brachte das Orchester am Mittwoch im bestens gefüllten Theaterstübchen zum Strahlen.

Nicht wenige im Publikum waren im Seniorenalter, und nicht selten vernahm man bei den Ansagen der Titel ein schwärmerisches „Aahh“. Zum Auftakt gab es ein von Tenor und Moderator Rainer Nentwig fröhlich geschmettertes „Wir machen Musik“. Und schon nach der Tango tanzenden „Donna Clara“ (1930) und F. Doelles Schmachtwalzer „Wie ein Wunder kam die Liebe“(1935) zeigte der Stimmungskompass auf ausgiebiges Schwelgen in Nostalgie.

Das Orchester unter der Leitung von Kai Schirmer erwies sich als homogene Einheit aus ausgezeichneten Musikern und spielte großartig. Als Sänger und Moderator hätte man sich niemand Besseren als Rainer Nentwig wünschen können. Eine Frohnatur mit Charme, Humor und Stimme. Wie er Klassiker wie „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ anmoderierte, hatte höchsten Unterhaltungswert.

Auch Claudia Riemann bekam viel Applaus. Mit ihrer schönen, dunklen Stimme besang sie den „Schönen Gigolo“, erinnerte mit „In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein“ an die legendäre Marika Rökk und schmachtete mit viel Charisma den Zarah-Leander-Klassiker „Kann denn Liebe Sünde sein?“ ins Mikro. Fazit: Strahlende Nostalgie, ein begeistertes Publikum, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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