Gottes Lob perfekt gestylt: „The Best of Black Gospel“ in der Christuskirche

„Seid glücklich“: The Best of Black Gospel unter der Leitung von Gregory M. Kelly bei ihrem Kasseler Auftritt. Foto: Malmus

KASSEL. Mit dem Begriff Gospel verbinden wir nicht nur eine bestimmte Art amerikanischer spiritueller Musik, sondern bekommen gleichzeitig ein Lebensgefühl mitgeliefert, das Gregory M. Kelly, der Leiter des Ensembles „The Best of Black Gospel“, zu Beginn des Konzerts in der Christuskirche in die Formel „Be glücklich“ packte.

Diese ausdrückliche Aufforderung hätten die knapp 500 Besucher des Konzerts gar nicht nötig gehabt. Man rockte und feierte, was das Zeug hielt. Kelly, der routinierte Reverend, animierte seine „Gemeinde“ auf Englisch mit charmanten deutschen Einsprengseln zum „Praise and Worship“. Kein Problem, die Kirche bebte.

Die im Programmheft zitierten Kritiken schürten hohe Erwartungen: Man verspricht „wunderschöne Stimmen, in der sich Kraft, Ausdruck und Seele auf faszinierende Art und Weise verbinden“. In puncto Kraft ließen die Sängerinnen und Sänger keine Wünsche offen. Und rockig-perkussiv arrangierte Nummern wie zum Beispiel „I’m Gonna Let it Shine“ kamen richtig gut. Echte Gänsehautmomente wollten sich aber nicht so recht einstellen.

In der Dynamik zurückgenommene Songs fehlten völlig. Klar, die Gruppe lieferte ein professionelles, perfekt durchchoreografiertes Programm mit vielen bekannten Gospel-Hits: „O when the Saints“ und „Amazing Grace“ ließen nicht lang auf sich warten. Sowohl Gesang als auch Arrangements ließen aber in den langsamen Nummern die im Programmheft beschworene „Seele“ vermissen.

Trotzdem war, wer feiern wollte, bei den „The Best of Black Gospel“ an der richtigen Adresse. Es bleibt zu fragen, wie viel „Rock“ Gospel verträgt. Tosender Beifall und als Lohn zwei Zugaben: „Before it is too Late“ und „Oh Happy Day“.

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