Abschiedskonzert auch in Baunatal

Der Graf und Unheilig hören auf, wenn es am schönsten ist

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Von den Massen gefeiert: Der Graf von der Band Unheilig ist auf Abschiedstour. 

Mit seiner Band Unheilig hat der Graf alles erreicht - nun macht er Schluss und kommt noch einmal zum großen Open-Air-Konzert ins Baunataler Parkstadion. Wir haben ihn befragt.

Von dem Grafen und seiner Band Unheilig können viele Musikerkollegen noch etwas lernen. Die meisten von ihnen sagen, dass sie aufhören wollen, wenn es am schönsten ist. Nur kaum einer tut es wirklich - außer dem Grafen. Mit Unheilig hat der Aachener in den vergangenen sechs Jahren mehr Platten verkauft als jede andere deutsche Band in diesem Zeitraum. Nun ist er auf Abschiedstour, gastiert am 25. Juni im Baunataler Parkstadion, ehe am 10. September das letzte Konzert in Köln steigt. Wir fragten den Grafen, der nichts über seine Person verrät, wie es ihm mit seinem Entschluss geht.

Der Aufstieg

Um den Grafen zu verstehen, muss man wissen, wie alles angefangen hat. 2009, ein Jahr vor dem Durchbruch mit seinem sechsten Album „Große Freiheit“, hatte er noch oft an sich gezweifelt. „Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, und wenn du dann noch darauf angewiesen bist, von deinen Eltern monatlich Geld zu kriegen, ohne für die Zukunft planen zu können, ist das nicht sehr angenehm“, hatte er uns einst gesagt.

Nun hat er aber alles erreicht - von Verkaufsrekorden über gefeierte Tourneen durch die größten Arenen bis zu Auszeichnungen mit Echo und Bambi: „Ich bin meinen Berg hinauf gegangen, so weit es ging. Dieser Berg war für mich der höchste, den es gibt. Meine musikalische Reise ist zu Ende.“

Der Abschied

Seine Fans, die der Graf mit seiner Mischung aus Gothic-Pop, Rammstein-Gitarren und Schlager sowie Pathos und ein bisschen Kitsch glücklich gemacht hat, können es immer noch nicht fassen, dass sie bald ohne ihren Liebling auskommen müssen. Auch der Künstler selbst hat sich in den vergangenen Monaten immer wieder gefragt, ob „der jetzige Weg der richtige ist. Mein Gefühl sagt mir, dass das so ist.“ Nach seinem letzten Konzert will er erst einmal Zeit mit der Familie verbringen. Was danach kommt, weiß er noch nicht.

Der Tod

Die Band Unheilig entstammt der Gothic-Szene, die oft die dunklen Seiten des Lebens thematisiert. Insofern verwundert es nicht, dass Hits wie „Geboren um zu leben“ zwischenzeitlich die Charts der beliebtesten Begräbnis-Songs anführten. Der Graf besuchte regelmäßig todkranke Menschen im Hospiz. Bereits 2007 hatte er einen Jugendfreund beim Sterben begleitet. „Die Gewissheit, dass nicht alles unendlich ist, begleitet mich seit damals“, sagt er. Auch diese Erkenntnis war ein Grund für das frühe Karriereende.

Die Rückkehr

Andere Kollegen waren ebenfalls schon auf großen Abschiedstourneen und sagten nach ein paar Jahren „Hello again“ wie etwa Howard Carpendale. Darum muss der Graf unentwegt beteuern, dass er es ernst meint: „Da viele Künstler doch wieder irgendwann zurückgekommen sind, glaubt mir keiner, dass das bei mir anders ist. Ich werde wohl der einzige Künstler sein, der Wort gehalten hat.“

Das Konzert

Der Open-Air-Auftritt der Band Unheilig am Samstag, 25. Juni, 18 Uhr, im Baunataler Parkstadion zählt zur 50-Jahr-Feier der VW-Stadt. Bereits am Freitag, 24. Juni, 20 Uhr, spielen dort Revolverheld. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Infos: www.baunatal5050.de

Zur Person

Alter: unbekannt

Name: möglicherweise Bernd Graf (auf diesen Namen ist die Marke Unheilig im Markenregister eingetragen)

Ausbildung: zum Zahntechniker sowie zum Hörgeräteakustiker

Karriere: 1999 gründete der Graf mit Grant Stevens und dem Produzenten Jose Alvarez-Brill die Gothic-Pop-Band Unheilig, die 2010 mit dem Album „Große Freiheit“ den Durchbruch schaffte.

Privates: Lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Aachen.

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