Grandios gescheitert - Jörgen Camrath über den „Polizeiruf“ im Spreewald

Wer sich am Sonntag um 20.15 Uhr für den Polizeiruf vor den Fernseher gesetzt hat, der dürfte vom ARD-Krimi enttäuscht worden sein - so zumindest bewertet HNA-Volontär Jörgen Camrath die Spreewalder Folge. Eine Kritik:

Ein Satz mit X, das war wohl nix. Der „Polizeiruf“ im Spreewald von Regisseur Ed Herzog begann schon recht merkwürdig. Die Inhaberin einer Gurkenfabrik, kaltschnäuzig dargestellt von Susanne Lothar, wird bei der Arbeit von einem Vampir „überfallen“.

Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause) findet die gefesselte Frau in einer Benzinlache vor, der Täter zückt ein Feuerzeug. Beim Versuch, einen Brand zu verhindern, stellt sich der dickliche Polizist derart ungeschickt an, dass er seine Waffe verliert. Der Täter flüchtet mit der Pistole und Krause steht gleich vor dem nächsten Problem: Das vermeintliche Opfer stellt sich quer und will mit der Polizei einfach nichts zu tun haben.

Bei den weiteren Ermittlungen stachen Krause und seine als Schwangerschaftsvertretung eingesprungene Kollegin Tamara Rusch (Sophie Rois) während einer Familienfeier in ein Wespennest. Vom Opa bis zur Enkelin schien hier jeder etwas verbergen zu wollen.

Und ein Mord? Den gab es erst am Ende. Der gekränkte Ehemann (Bernhard Schütz) wurde vom Liebhaber seiner Frau (Peter Benedict) angestiftet und erschoss diese im Wald. Eine Polizistin, die auf ihre Art eher an die durchgedrehte Anke Engelke erinnerte, eine Geschichte mit Längen, überzeichnete Charaktere – der „Polizeiruf 110: Die Gurkenkönigin“ von Autor Wolfgang Stauch war wirr, überzogen und wenig spannend. Einzig überzeugend: die Kulisse und die Musik.

Von Jörgen Camrath

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