Grausame Weihnacht im TV - ein Medienspiegel

Matthias Lohr

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich ein Weihnachten ohne Gewalt. Die Meldung, die die TV-Zeitschrift „Auf einen Blick“ verbreitet, klingt wie eine Nicht-Nachricht, denn wer sehnt sich schon nach Tod, Blut und Horror.

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Genauer betrachtet lautet das Ergebnis der repräsentativen Umfrage jedoch: 72 Prozent der Deutschen fordern, auf Gewaltfilme im Weihnachtsprogramm zu verzichten. Das überrascht, weil auch dieses Jahr wieder munter gemetzelt wird. An Heiligabend rollen unter anderem in Tim Burtons Horrormärchen „Sleepy Hollow“ (Sat.1) die Köpfe, es folgen an den Feiertagen der Menschenfresser „Hannibal“ (Vox), „Shadow Man – Kurier des Todes“ (Pro 7) und „Lesbian Vampire Killers“ (RTL II).

Und das ist nur eine Auswahl. Würde das alles niemand schauen, liefe es auch nicht bei den Privatsendern, für die Quote die schönste Bescherung ist. Die Umfrage zeigt also ein moralisches Dilemma. Wir wünschen uns das Gute, doch dann vergessen wir unsere Vorsätze. Prostitution, McDonald’s und die „Bild“-Zeitung finden auch alle unmoralisch, aber Bordelle, Schnellrestaurants und Boulevardblätter laufen wie blöde. Das ist der wahre Horror. Übrigens: Was früher „Der kleine Lord“ war, ist nun „Stirb langsam“. Jedes Jahr an Weihnachten war Bruce Willis auf Terroristenjagd. Diesmal fehlt der Thriller jedoch im Programm. Ob die Welt nun besser wird?

Von Matthias Lohr

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