Konzert am 23. Juni

Auftritt beim Wolfhager Kulturzelt: Warum Gregor Meyle stolze Frauen attraktiv findet

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Gregor Meyle

Einige Stars der Singer-/Songwriter-Szene treffen sich in diesem Sommer in Wolfhagen. Das Kulturzelt Wolfhagen feiert 25. Geburtstag – mit dabei ist auch Sänger Gregor Meyle mit seiner Band. 

Sie zählen zu den Stammgästen im Kulturzelt in Wolfhagen. Welche Erinnerungen haben Sie?

Es ist ganz toll. Es war das erste Festival, das ich nach dem Casting 2008 spielte – ich habe mich gewundert, dass überhaupt Leute kommen. Wolfhagen ist idyllisch, wir spielen nachmittags im Park Fußball und sind mit dem Veranstalter sehr befreundet.

Gibt es dort deshalb ausschließlich die Musik vom neuen Album zu hören?

Wir haben natürlich ein neues Programm, aber es gibt nicht nur die aktuellen Songs. Wir haben fast 100 Lieder veröffentlicht, werden was Schönes zusammenstellen. Natürlich sind ein paar unserer alten Gassenhauer dabei – die Hits. Unser Ziel ist es, einen schönen Abend zu haben. So, dass die Leute beseelt nach Hause gehen. Das bekommen wir fast immer hin, das macht uns stolz.

In „Ich arbeite dran“ geht es zu kubanischem Sound inhaltlich um Stolz. Welche Bedeutung hat das Wort für Sie?

Stolz ist ein Wort mit 200.000 Bedeutungen. Wenn jemand mit sich zufrieden ist, ergibt das eine tolle Ausstrahlung. Meine Frau hat das, weil sie happy mit sich ist – zurecht. Wenn Frauen stolz sind, ist das sehr attraktiv.

Kubanisch, jazzig, berührend und poppig – das Album „Hätt’ auch anders kommen können“ ist eine Reise durch die Genres.

Wir haben musikalisch schon viel gemacht, aber ich entdecke gerne Neues, davon gibt es noch ganz viel. Das größte Glück ist, dass wir tun können, was wir gut finden.

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Textlich gehen Sie oft ans Eingemachte, widmen „Stolz auf uns“ Ihrer verstorbenen Mutter. Warum gehen Sie so in die Tiefe?

Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder münzt die Botschaft der Texte auf sein Leben um. Ich mag Songwriting, wenn ein Text eine Geschichte erzählt, authentisch ist und für Gänsehaut sorgt. Ich möchte die Leute nicht nur physisch, sondern auch emotional bewegen. Es ist die größte Kunst, wenn die Lieder zu den Menschen und ihren Erlebnissen passen.

Dann muss man sich als Sänger davon frei machen, so verstanden zu werden, wie man es meinte?

Ja, irgendwann muss man den Song loslassen. Aber: Darüber darf man sich erst mal keine Gedanken machen. Ich schreibe die Texte zunächst für mich.

Ein Interpretationsversuch: Bei „Fußspuren im Sand“ geht es um Spuren, die man hinterlässt?

So verstehen es viele. So ist der Song bei mir entstanden: Im Abstand von einem Monat sind drei tolle Freunde gegangen, die nicht so alt wurden. Meine Mama im März 2018. Sie feiern da oben hoffentlich eine Party. Es ist eine Verarbeitung. Jeder tolle Mensch hinterlässt was Tolles – das wird nicht weggeschwemmt.

Nach der Zeit der Trauer beginnt man Erinnerung zu konservieren. Wie gelingt Ihnen das?

Ich teile meine Erinnerung. Wir sind drei Brüder und wir sind die größte Hinterlassenschaft unserer Mama, die ein ganz toller Mensch war. Wir haben viele Charaktereigenschaften von ihr. Es ist schön zu wissen, dass sie bei uns ist, ohne da zu sein.

Sie geben im Sommer zig Konzerte. Nervt Sie das Tourleben manchmal?

Mal einen Hauch einer Sekunde. Und: Wenn ich krank bin und schon alles reingehauen habe, was die Leber zulässt. In elf Jahren musste ich nur zwei Konzerte verlegen, weil es nicht mehr ging – Wolfhagen, wir kommen!

23.6.: Gregor Meyle, Kulturzelt Wolfhagen. Karten: 0561/203204.

Zur Person

Gregor Meyle (40, geboren in Backnang) ist ein deutscher Musiker, der 2007 bei einer Pro7-Castingshow entdeckt wurde und den zweiten Platz belegte. 2014 nahm er an der Sendung „Sing meinen Song“ (Vox) teil. „Hätt’ auch anders kommen können“ ist sein sechstes Album. Meyle und seine Frau haben eine Tochter.

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