Grenzerfahrungen: Vier Preisträger beim Nordhessischen Autorenpreis ausgezeichnet

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Literatur im Blick: Die Preisträger Malte Abraham (hinten von links), Thomas Beckmann und Marko Scholz mit Jurysprecher Heiko Schimmelpfeng, vorn von links die Vorstandsmitglieder Kirsten Alers, Carmen Weidemann und Jana Ißleib bei der Preisverleihung.

Kassel. Die Aufgabe: Grenzerfahrungen beschreiben. Das Interesse: riesig. 213 Texte wurden bei der 6. Auflage des Nordhessischen Autorenpreises zum Thema „An der Grenze“ eingereicht.

In der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzregion ein besonders präsentes Themengebiet. Doch die Einsender, so Kirsten Alers vom Vorstand des Vereins Nordhessischer Autorenpreis, beschäftigten sich auch mit aktuellen Flüchtlingsbewegungen und inneren Grenzerfahrungen. Gewonnen haben Marko Scholz, Thomas Beckmann, Malte Abraham und Martin Piekar.

Am Donnerstag wurden im Saal des Regierungspräsidiums die Preise überreicht. Die Preisträger lasen ihre Texte vor, musikalisch wurde der Abend vom Schlagzeuger Jonas Giger gestaltet. Eine Jury hatte die Preisträger auf Basis einer Vorauswahl des Vereinsvorstands Kirsten Alers, Carmen Weidemann und Jana Ißleib ermittelt.

Für die Jury begründete Heiko Schimmelpfeng die Entscheidungen. Den 1. Preis und 1000 Euro erhielt Marko Scholz (Aschaffenburg). In seinem Gedicht „Omnia“ seien ihm „hochpoetische Sprachbilder gelungen“.

Thomas Beckmann (Berlin) wurde für seine Geschichte „Schlammzeit“ mit dem 2. Preis sowie 500 Euro ausgezeichnet. Sie ist in einer rätselhaften Welt mit fußballgroßen Zecken und fleischfressenden Bäumen angesiedelt. „Sprachlich virtuos“, stellte die Jury fest, Schimmelpfeng erkannte in dem Endzeitszenario Anklänge an Sa-muel Becketts „Warten auf Godot“. Teils las Malte Abraham (Wien) seinen mit dem 3. Preis und 250 Euro gewürdigten Text „Alles in Ocker“, teils spielte er ihn als Hörspiel ein. „Voller Raffinesse ins Absurde gesteigert“ sei dieser Text, so die Jury, der sich mit dem immer engeren Verhältnis von Arbeit und Freizeit auseinandersetzt.

Einen Sonderpreis Lyrik und 250 Euro erhielt schließlich Martin Piekar (Bad Soden/Taunus) für „Antiterror Podcast“, eine Collage aus Parolen, Kommentaren und politischen Aussagen. „Kühn und intelligent“ sei Piekars Sprachgestaltung.

Der Verein Nordhessischer Autorenpreis verleiht den Preis seit 2009 alle zwei bis drei Jahre, dazu gibt er eine Anthologie heraus.

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