JugendClub 16+ zeigt „Mamma Medea“ im tif

Griechischer Held in langen Unterhosen

Jason im Silberjacket: Dargestellt von Steffen Engelbrecht Foto: Elter

Kassel. Nachdem im Staatstheater bereits die Premieren von „Medea“ und „Medeas Kinder“ gefeiert wurden, setzt sich nun auch der JugendCub 16+ mit dem 2500 Jahre alten Tragödienthema des griechischen Dichters Euripides auseinander. Das Ergebnis gab es am Samstag bei der Premiere von „Mamma Medea – Teil I“ im Theater im Fridericianum (tif) zu sehen.

Medea – eine Frau mit Zauberkräften, eine liebende Frau, eine Verräterin. Eine interessante Perspektive, die bei der Inszenierung durch den Jugendclub unter der Leitung von Peter Elter als eine Art Vorgeschichte eingesetzt wurde. Dargestellt wird die Zeit, in der die Welt der Medea durch die Liebe zu Jason zwar erste dramatische Züge bekommt, noch nichts aber auf das verheerende Ausmaß der späteren Tragödie schließen lässt.

Jason, der griechische Held, fordert von König Aietes das „Goldene Vlies“. Die Aufgaben, die er bewältigen muss, sind schwierig. Erst recht, wenn der Held (Steffen Engelbrecht) ein wenig tollpatschig wirkt. Stiere muss er zähmen, wilde Kreaturen köpfen und die Hüterin des Vlieses überwinden. Medea (Hannah Gabor) verliebt sich in Jason und hilft ihm mit ihren Zauberkräften. Jason bekommt sein Vlies, doch so richtig dankbar scheint er Medea nicht zu sein. Die Tragödie wirft erste Schatten. Humor und Drama begegnen sich bei der Inszenierung. Fragile soziale Strukturen, innere Zerrissenheit, unheilschwangere Atmosphäre wechseln mit humorvollen Situationen. Wenn die verliebte Medea ihren Jason anhaucht und der den nüchternen Antiromantiker gibt, darf auch mal gelacht werden.

Beifall gab es für die wirkungsvolle Gruppendynamik, aber auch für die originellen Ideen im Hinblick auf Bühnenbild und Kostüme. Ursula Kriegel, verantwortlich für die Ausstattung, steckte Jason in ein Silberjacket und verpasste ihm lange Unterhosen. Zum Schluss gab es lang anhaltenden Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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