Griff zur Mistgabel: Eine Kritik des Luzerner "Tatorts"

Dass Geld die Welt regiert, ist für einen „Tatort“ weiß Gott keine revolutionäre Erkenntnis. Im ersten Fall nach der Sommerpause durfte der jähzornige Bergbauer Arnold (Peter Freiburghaus), selbst zu Unrecht der Tötung eines Hotel-Investors verdächtigt, sie gleich zweimal formulieren: „Das Schweinegeld macht einfach jeden kaputt.“

Fast hätte er seine überschuldete Ausflugsgaststätte mit sensationeller Aussicht auf den Vierwaldstätter See an eine Lokal-Mafia aus Macht und Geld verloren.

Mit der Mistgabel ging er auf die Eindringlinge los. Felix Benesch (Buch) und Sabine Boss (Regie) brachten im Krimi „Hanglage mit Aussicht“ auch noch eine zerrüttete Ehe und Eifersucht als mögliche Tatmotive unter. Durchaus geschickt verknüpften sie die diversen Stränge.

Dass es doch ein durchschnittlicher „Tatort“ wurde, lag an der eher beschaulichen Inszenierung. Da mag Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger noch so charmant den unangepassten Cowboy spielen: Alles ist ein bisschen zu glatt und blank poliert in Luzern. Leider meint die ARD, den Zuschauern auch Schwyzerdütsch plus Untertitel nicht zumuten zu können. Bloß ein fast verschämtes „Auf Wiederluege“ gab’s.

Glaubwürdig ist der eigens nachsynchronisierte Schweizer „Tatort“ nicht. Sondern ähnlich authentisch wie eine Edel-Wellness-Bettenburg auf der Almwiese.

Von Mark-Christian von Busse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.