Bettina Fraschke über die Entscheidungen der Grimme-Preis-Jury

Medienspiegel: Die Kluft wird tiefer

Vorbildlich und modellhaft sollen die Fernsehproduktionen sein, die mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet werden, die wichtigste Ehrung für die TV-Branche.

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So legt es das Regelwerk dieses ehemaligen Volkshochschulpreises fest, das die Vergabe als institutionalisierte Fernsehkritik begreift. So weit, so ehrenvoll.

Zwölf Auszeichnungen gab es nun für sicherlich anspruchsvolle Produktionen - vom TV-Krimi über Klaus Sterns enthüllende Doku bis zur guten Unterhaltung. Aber was bedeutet es, dass die Privatsender mit gerade zwei Preisen unter zwölf vertreten sind - seit Jahren übliche Quote?

Schon bei den 57 Nominierungen musste man nach RTL und Co. suchen. Die klaren Quotensieger waren in der Kategorie Fiktion nur mit einem Spielfilm nominiert (einer Nudistenkomödie). Die kostspielige Königsdisziplin Fernsehfilm ist für die Privaten sowieso nur dann relevantes Betätigungsfeld, wenn es um sogenannte Event-Filme mit zeitgeschichtlichem Bezug geht („Böseckendorf - die Nacht, in der ein Dorf verschwindet“), die aufwändig beworben werden. Sollte das den Juroren nicht preiswürdig sein? Dann vertiefen sie die Kluft zwischen Sendergruppen und Zuschauern.

fra@hna.de

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