So groß wie Oliver Pocher: Comedian Ralf Schmitz in Kassel

Er kann nur schwer ruhig sein: Der Kölner Komiker und hektische Schnellsprecher Ralf Schmitz in der Kasseler Stadthalle. Foto: Fischer

Kassel. Wenn es nichts geworden wäre mit der Karriere als Komiker und Schauspieler, hätte Ralf Schmitz auch in der Augsburger Puppenkiste groß rauskommen können. Der Kölner ist mit 1,68 Meter nur unwesentlich größer als Urmel aus dem Eis.

Und als er sich in seinem Programm „Schmitzpiepe“ in der Kasseler Stadthalle von einem Zuschauer Arme und Beine bewegen ließ, er also zur Marionette seines Fans wurde, war das der lustigste Moment des Abends. Die 1100 Zuschauer lachten bei der Zugabe Tränen. Der 37-Jährige, der durch die Sat.1-Comedy-Reihe „Die dreisten Drei“ bekannt wurde, hat sich im Fernsehen rar gemacht, um wieder live auf der Bühne zu stehen. Schmitz kommt ja vom Improvisationstheater. Das merkt man in dem zweistündigen Programm. Er unterhält sich mit den Gästen in der ersten Reihe und macht die zu den Running Gags des Abends. Etwa den Briefträger, den Schmitz um eine typische Handbewegung bittet. Weil der die Hand etwas abknickt, als er einen imaginären Brief einwirft, ist er für Schmitz „die Tunte“.

Billige Schwulenwitze gibt es noch einige mehr. Ansonsten dreht sich das Programm vor allem um Sex-Peinlichkeiten und Körpergeräusche. Damit befindet sich Schmitz, der eigentlich ein großer Schauspieler mit Improvisationstalent ist, auf dem Niveau von Oliver Pocher, der immerhin 1,73 Meter misst. Dem sympathischen Schmitz nimmt man das trotzdem nicht übel.

Man lacht sogar, wenn er die abgestandenen Lieblingswitze seiner Mutter nacherzählt. Etwa den von Fritzchen, der entsetzt sieht, wie Mama im Schlafzimmer auf Papa reitet. „Ich massiere Papa gerade den Bauch weg“, sagt die Mutter. Da antwortet Fritzchen: „Das bringt doch nichts. Donnerstags kommt die Nachbarin und bläst ihn wieder auf.“

Über seine Mama hat Schmitz sogar einen Bestseller geschrieben. Weil die ältere Frau mit der Worterkennung ihres Handys nicht zurechtkommt, kann der Sohn lustige SMS aus London vorlesen: „Herzliche Urlaubsgrüße aus Kondom. Hier kann man Lutschen mieten.“ Am Ende sollte es eigentlich heißen: „Papa hat kein Bock mehr. Dicken Kuss.“ Stattdessen tippte sie jedoch: „Sara hat kein Anal mehr. Ficken Kurs. Mama.“

Von Matthias Lohr

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