Vor der großen Karriere: Konzert mit Louis on the Run

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Verzauberten mit mehrstimmigem Gesang und sanften Folk-Melodien: Jens Opper (von links), Jürina Luka und Philipp Löffler.

Kassel. Die Kasseler Folk-Band Louis on the Run gibt es erst seit neun Monaten, aber ins ausverkaufte Theaterstübchen lockte das Trio nun mehr Besucher als so mancher Star. Ein toller Abend.

Im September mussten die Musiker des Kasseler Folk-Trios Louis on the Run noch überlegen, ob sie ganz allein im Theaterstübchen auftreten sollten. Damals standen Jens Opper, Philipp Löffler (beide 30) und Jürina Luka (22) als Support der Band 4Lane auf der Bühne. Theaterstübchen-Chef Markus Knierim fand sie toll, doch erst eine Woche nach seiner Anfrage sagten sie zu. Sie waren sich nicht sicher, ob sie einen ganzen Abend allein bestreiten könnten.

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Am Dienstag hätten Louis on the Run ihre zwei Dutzend Songs, die sie seit ihrer Gründung vor neun Monaten geschrieben haben, auch dreimal hintereinander spielen können - das Publikum hätte sie trotzdem frenetisch gefeiert. So furios wie das Trio hat seit Milky Chance kein Kasseler Act mehr live abgeräumt. Die 200 Gäste im ausverkauften Theaterstübchen drängelten sich sogar hinter der Theke. Und als Louis on the Run nach 80 Minuten ihr Programm gespielt hatten, rief eine Zuschauerin: „Spielt einfach alles noch mal.“

Die Euphorie ist berechtigt. Opper, Luka und Löffler machen nicht viel anders als alte und neuere Helden des Genres - ob Fleetwood Mac oder die Kings of Convenience. Aber ihre sanften Gitarrenmelodien und ihr mehrstimmiger Gesang sind einfach wunderschön. Löffler setzte sich zudem an den Flügel. Ihr Sound klingt bisweilen nach Western. Und „Just Ghost“ spielen sie erst als Power-Ballade an, dann als Reggae- und Dancefloor-Version, ehe daraus ein Trucker-Stück mit ordentlich Groove wird.

Ihre anfängliche Nervosität macht die Band nur noch sympathischer. „Du musst alle Ansagen machen. Wir sind zu aufgeregt“, sagt Löffler zunächst zu Luka. Man spürt, dass sie überwältigt sind von dem, das gerade um sie herum passiert.

Songs wie „A Conman’s Confession“ und „A Street Called Louise“, das Opper auf einem Feldweg bei Liverpool in den Sinn kam, als er Heimweh nach der Kasseler Luisenstraße hatte, könnte man sich auch im Set einer international erfolgreichen Band wie den Mumford & Sons vorstellen.

Nach einem umjubelten Konzert, das vom Kasseler Duo Spoiling Spoony eröffnet worden war, urteilte Knierim: „Das war der Anfang einer großen Karriere.“ Vor dem nächsten Konzert im Theaterstübchen werden Louis on the Run nicht lang überlegen müssen. Es kann aber sein, dass sie nach ihrem Album, das im Herbst erscheinen soll, auf viel größere Bühnen eingeladen werden.

Louis on the Run spielen am 8. April mit der Kasseler Band Mykket Morton im Schlachthof. Tickets: 0561/203-204. louisontherun.bandpage.com

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