Ein großer Reporter: Fotograf Robert Lebeck ist tot

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Robert Lebeck

Robert Lebeck, einer der größten Fotoreporter der Nachkriegszeit, ist tot. Er starb am Samstag 85-jährig im Kreise seiner Familie in Berlin, wie seine Witwe Cordula Lebeck gestern mitteilte.

Manche von Lebecks Bildern haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Ob Romy Schneider mit Schiebermütze, Joseph Beuys mit einer Axt, Willy Brandt bei seinem Kanzlerrücktritt, die trauernde Jackie Kennedy oder Alfred Hitchcock hinter einer Tür – Lebeck hielt einschneidende, besondere Momente des 20. Jahrhunderts fest. Sein Foto eines jungen Afrikaners, der bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit des Kongo König Baudouins Degen stahl, ging 1960 um die Welt.

Der gebürtige Berliner geriet als junger Soldat an der Ostfront in Gefangenschaft und studierte später Ethnologie. Als Fotograf war er Autodidakt. Von 1952 an arbeitete Lebeck für Zeitungen und Magazine, zuerst für die „Rhein-Neckar-Zeitung“ und Illustrierte wie „Revue“, später Jahrzehnte für den „Stern“, teils in New York. Dessen Macher Henri Nannen nannte seinen Star einen „charmanten Dieb des Augenblicks“. Lebeck hatte ein geniales Gespür für Timing, und er prägte das Image von Prominenten. Aufgelauert hat er ihnen nie.

Als erster Fotograf wurde Lebeck, der selbst Aufnahmen des 19. Jahrhunderts sammelte, 2007 mit dem Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk geehrt. Begründung: „Kaum einer ist mit seiner souveränen Verbindung von Intimität und Seriosität so beispielhaft geworden für junge Fotografen wie er.“ Auch die „Geo“-Chefredaktion hatte er zeitweilig inne. 2009 zeigte der Gropius-Bau eine Lebeck-Retrospektive. www.lebeck.de

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