Rezitator Lutz Görner und Pianistin Elena Nesterenko feierten Franz Liszt

Ein großer Zukunftsmusiker

Tastenzauber: Lutz Görner filmte Pianistin Elena Nesterenko. Beide brachten Leben und Werk Franz Liszts nahe. Foto: nh

Kassel. Die Künstler verstanden es blendend, für das Genie zu begeistern: Unter dem Motto „Franz Liszt für alle“ widmeten Rezitator Lutz Görner und Pianistin Elena Nesterenko dem am 22. Oktober vor 200 Jahren geborenen Komponisten, Klaviervirtuosen und großherzigen Menschen einen packenden Abend im Anthroposophischen Zentrum.

Von Liszts Spendenfreudigkeit erfuhren die 200 Gäste wie von seinen Ausschweifungen, die man heute als Sex, Drugs and Rock ‘n’ Roll bezeichnen würde. „Chinin, Opium, Zigarren und Cognac helfen, die Maschine in Gang zu halten“, lautete ein einschlägiges Liszt-Zitat. Das spannende Leben erzählte Görner kenntnisreich, doch ohne Bildungsdünkel, und mit einer Stimme, der man gebannt zuhörte.

Außerdem war der bekannte, in Liszts Wirkungsstätte Weimar lebende Rezitator als Kameramann tätig. Mittels einer Handkamera wurde Elena Nesterenkos Darbietung auf eine Leinwand übertragen, was den Tastenzauber so recht in Szene setzte. Die feinsinnige Pianistin erfüllte die kluge Stückauswahl mit Transparenz, Poesie und Eleganz.

Es gab unter anderem „Les jeux d’eau à la Villa d’Este“ (1877), die den Impressionismus Debussys und Ravels vorwegnehmen, und die modernen Harmonien der „Nuages gris“. Oft übersehen: Liszt war ein großer Zukunftsmusiker.

Von Georg Pepl

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