Der britische Künstler Matt Stokes beschäftigt sich mit musikalischen Subkulturen

Vom Grunzen bis zum Geschrei

Kasseler Beitrag: Der Kurt von der Band Paroxysm tritt in Matt Stokes’ Video „Cantata Profana“ auf. Fotos:  Socher

Kassel. Wo im ersten Stock des Fridericianums die Stille eines monumentalen Andachtsraums herrscht, bildet die Einzelausstellung von Matt Stokes im Erdgeschoss den größtmöglichen Kontrast. Hier ist eine Art Party-Loca-tion der besonderen Art.

Stokes’ Thema ist der musikalische Underground. Er recherchiert akribisch in Musikszenen und Subkulturen und fragt danach, wie sich solche Bewegungen entwickeln, wie sie Gemeinschaft erzeugen, was sie dem Einzelnen bedeuten, wie sie Identität formen.

Stokes beschäftigt sich meist mit der Musikgeschichte der Orte, in denen er ausstellt. Auch in Kassel war das so. Für seine extra für das Fridericianum produzierte Videoinstallation „Cantata Profana“ hat er die in einem Studio unabhängig voneinander aufgenommenen Grunzlaute und das Geschrei von sechs Hardcore-Sängern zu einer Komposition zusammengeschnitten. Unter Metal-Protagonisten aus sechs Staaten ist Der Kurt von der Kasseler Band Paroxysm dabei.

Nach dem fast Trommelfell gefährdenden Grindcore-Lärm ist Stokes’ Filmarbeit „The Gainsborough Packet“ (2008/09) eine Erholung: Im Stil eines Kostümfilms bebildert sein Video einen Folksong.

Von Mark-Christian von Busse

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