Das Oratorium „Judas Maccabaeus“ bei den Händel-Festspielen mit Nuria Rial

Gruppenbild mit Star

Überzeugend bei allen Auftritten: Sopranisten Nuria Rial, hier bei ihrem Arienabend im Programm der Händel-Festspiele. Foto: Theodoro da Silva

GÖTTINGEN. Jeder kennt die Melodie „See, the conqu’ring hero comes“ aus Händels Oratorium „Judas Maccabaeus“. Noch nie gehört? Nun, bekannter ist Händels Melodie als Adventslied „Tochter Zion, freue dich“. Festliche Gefühle kamen bei der umjubelten Aufführung von „Judas Maccabaeus“ in der fast voll besetzten Göttinger Stadthalle aber nicht nur deshalb auf. Wie Weihnachten war jener Abend des Pfingstsonntags für die Fans von Nuria Rial. Nach ihrem Auftritt am Freitag begeisterte sie erneut bei den Händel-Festspielen.

Im vergangenen Jahr hat die Sopranistin, die 1975 in der katalanischen Stadt Manresa zur Welt kam, Echo-Klassik-Preise in gleich zwei Kategorien erhalten. Zu Recht, wie auch das Göttinger Oratorienkonzert bewies. Denn neben den passablen bis guten Sängern Eric Stoklossa (Tenor), Sergio Foresti (Bass) und Lucia Duchonová (Mezzosopran) verströmte Rial eine Aura des Besonderen.

Feine Schattierungen

Am meisten freute man sich immer, wenn die Katalanin mit einer Arie an der Reihe war. Stärker, unbeschwerter, freier als ihre Kollegen ließ sich Rial auf die Schattierungen des Ausdrucks ein, sie brachte ihren wunderbaren Sopran zum Leuchten, betörte mit Koloraturen. Das alles war bezaubernd, hatte eine Anmut, die ihresgleichen sucht.

Am Dirigentenpult agierte Rolf Beck als Gentleman, was Vor- und Nachteile brachte. Hochkultiviert war das Spiel des Elbipolis Barockorchesters Hamburg - inklusive feiner Details wie eine expressiv aufblühende Fagottstimme im Klagechor „For Sion lamentation make“. Leistungsstark jugendfrisch, mit ausgefeilter Dynamik, kam der gewichtige Beitrag des Schleswig-Holstein Festival Chors daher. Insgesamt kann man sich Händels Siegesoratorium aber furioser, tänzerischer vorstellen.

Von Georg pepl

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