Patrik Ringborg und das Staatsorchester feiern eine mitreißende Abba-Party im Kasseler Opernhaus

Gruß zwischen den Generationen

In Blümchenschlaghose: Generalmusikdirektor Patrik Ringborg.

Kassel. Sehnsucht ist ein starkes Gefühl. Sie kann so drängend sein, dass sie große Distanzen überwindet und lange getrennte Liebende wieder zusammen führt.

Ähnlich ist es vielleicht Kassels Generalmusikdirektor Patrik Ringborg mit seiner Liebe zu der Musik von Abba ergangen. Dabei war es wohl nicht nur die Sehnsucht nach seinem Heimatland Schweden, die Ringborg am Freitagabend bewogen hat, in einer Blümchenschlaghose und mit zentimeterhohen Plateauschuhen auf die Bühne des Kasseler Opernhauses zu treten. Vielmehr ist es wohl die Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit gewesen, die im Rückblick irgendwie bunter, leichter und unbeschwerter wirkt. Dieses Gefühl teilt er bei der Premiere von „Pop in Concert: Abba - The Symphonic Celebration“ mit dem Publikum im ausverkauften Staatstheater. Eine bunte Leuchttreppe, eine Diskokugel an der Decke und eine flackernde Lichtershow verwandeln die Bühne in einen Club der 70er-Jahre. Einige Musiker des Kasseler Staatsorchesters verstärken mit Langhaarfrisuren und Stirnbändern diesen Eindruck.

Dann kommen Kristin Hölck (als Agnetha), Philippe Ducloux (Björn), Patrick Stanke (Benni) und Isabell Classen (Annie-Frid) auf die Bühne und leiten mit „Super Trooper“ einen stimmungsvollen Abend ein. Imposant klingen die vertrauten Abba-Melodien mit Orchesteruntermalung. Das kommt sofort ganz nah heran, das berührt, das sorgt für Gänsehaut.

Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen funktioniert auch die Moderation von Insa Pijanka und Björn Bonn: Ausflüge zu Ikea; Elche, die ständig über die Straße laufen und Tannenbäume, die aus dem Fenster geworfen werden – das Moderatorenteam lässt kein gängiges Schweden-Klischee aus.

Ein erster musikalischer Höhepunkt ist „Gimme! Gimme! Gimme!“, interpretiert von einer grandiosen Kristin Hölck. Da sitzt jeder Ton, da kommt Stimmung auf, da entsteht eine ungeahnte Wucht durch die Begleitung des Orchesters. Bei „Take a chance on me“ beginnen die Sitzreihen zu wackeln, bei „Mamma Mia“ steht das Publikum und klatscht.

In der Pause sprechen die Zuschauer über die Vergangenheit. Die Worte „Weißt du noch...?“ sind oft zu vernehmen. Wunderschön dann das Finale der Show: Der Kinderchor Cantamus singt gemeinsam mit den Solisten „Thank You For The Music“. Im Takt bewegen die Kinder die Arme, das Publikum tut es ihnen gleich. So wirkt dieser Abschluss wie ein Gruß zwischen den Generationen. Was bleibt übrig von der Sehnsucht? Nach einer Aufführung wie dieser: Mehr Kraft für die Zukunft.

Weitere Aufführungen am 20. Mai und 1. Juli sowie als Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit am 24. September. Karten unter  0561/1094-222  .

Von Yvonne Albrecht

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