Quartett zeigt Ausstellung „Credo“ in Rostock

Gute Kunst ist Poesie

Sechs Meter breit: „Wustrow, In den Boden gepfählt“ (1999) von Günther Uecker. Foto: dpa

Rostock. Was selbst für große Museen ein außergewöhnliches Zusammentreffen herausragender Persönlichkeiten wäre, ist der Kunsthalle Rostock gelungen. Die Schau „Credo“ vereint vier der wichtigsten zeitgenössischen Künstler: Georg Baselitz (geboren 1938), Gotthard Graubner (1930), Gerhard Richter (1932) und Günther Uecker (1930). „Klangvollere Namen und wertvollere Werke der Gegenwart kann man kaum zeigen“, freut sich Direktor Jörg-Uwe Neumann.

Die Künstler widmen sich dem Thema „Credo“, übersetzt „Glaube“, was in der ursprünglichen religiösen Bedeutung Vertrauen heißt. Vertrauen zu Gott, aber auch zwischen den Menschen. Jeder Künstler hat einen eigenen Raum gestaltet. Es gehe nicht um reine religiöse Bekenntnisse, sagt Kurator Ulrich Ptak. „Gute Kunst erklärt sich nicht, will nicht aufklären, sie ist vor allem Poesie.“

Alle vier Künstler sind Wanderer zwischen Ost und West, zwischen Glaubenswelten. Sie besitzen eine gebrochene Ost-Biografie, sind als junge Künstler aus der Enge der DDR ausgebrochen und haben sich immer wieder mit Themen von Freiheit und Verantwortung auseinandergesetzt. Religiöse Themen sind allen nicht fremd. Baselitz greift seit den 80ern Motive aus der Anfangszeit des Christentums auf. Uecker gestaltete einen Andachtsraum im Reichstag, Richter die Glasfenster im Kölner Dom. Eine seiner beeindruckendsten Arbeiten widmete Graubner dem Ordensgründer Franz von Assisi. (dpa) Bis 29.1., www.kunsthallerostock.de

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