Abenteuerliche Reise: Dieter Klinge inszeniert Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“

Das Gute liegt so nah

Sehr witzig: Klaus Beyer (Kleiner Tiger, von links), Thomas Sprekelsen (Kleiner Bär) und (in vielen Rollen) Thomas Meczele. Foto: Klinger

Kassel. Ein kleines Haus, ein guter Freund und immer lecker Essen, Fisch zum Beispiel: Das reicht für ein zufriedenes Leben. Froh zu sein, bedarf es wenig. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegt?

Zwei Maximen, ein kleiner Tiger, ein kleiner Bär, die gestreifte Tigerente und allerhand putziges Getier: Das ist Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“.

Nun ist der zeitlose Kinderbuchklassiker auf der Bühne des tif in der Inszenierung von Dieter Klinge zu sehen. Die Aufgabe ist ja immer, die bekannte Geschichte so zu erzählen und zu spielen, dass sie unerhört neu wirkt und den Kindern ein kurzweiliges Erlebnis beschert, wobei Herz und Hirn gleichermaßen anzusprechen sind. Um es kurz zu machen: All das ist bestens gelungen.

Die Bühne ist leer, ein weißes Vorhang-Halbrund begrenzt den Raum nach hinten, in der Mitte ein großer runder grüner Teppich. Die Welt ist eine Scholle vor der Haustür. Das ist alles und doch genug, denn so bekommt die Fantasie Nahrung (Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller). Thomas Meczele führt als Erzähler mit dem sprühenden Esprit eines Zirkusdirektors durch die bekannte Geschichte, zieht einen Wagen hinter sich her, darin die beiden Gesellen friedlich schnarchen: Thomas Sprekelsen mit gefütterter Fliegermütze ist der Kleine Bär, Klaus Beyer mit Ringelstrümpfen und gestreifter Weste ist der Kleine Tiger.

Dick und Doof, Pat und Patachon, Schulze und Schulze - alles ist drin in Sprekelsen/Beyer. Ein hochkomisches Duo, liebenswürdig, trottelig und lebensklug gleichermaßen. Man muss sie einfach gernhaben, was wirklich nicht schwerfällt.

Die abenteuerliche Reise ins gelobte Land Panama nimmt also ihren Lauf bzw. dreht sich im Kreis des Bühnenbodens mal links-, mal rechtsherum. Die beiden Freunde treffen nacheinander Maus, Fuchs, Kuh, Hase und Igel und die Krähe (alle: Thomas Meczele). Am Ende gelangen sie ans Ziel, nämlich nach Hause, wo sie hingehören.

Lang anhaltender Applaus für eine ungemein witzige Inszenierung, die auf alle niedliche Süßlichkeit verzichtet und damit den Geist der Vorlage nicht nur trifft, sondern übertrifft.

Wieder am 2., 4., 16.10., tif, Theater im Fridericianum, Kartentelefon: 0561-1094-222. www.staatstheater-kassel.de

Von Andreas Gebhardt

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