Gods of Blitz spielen Beatsteaks im Schlachthof

Gute Musik vergessen

Nico Kozik

Kassel. Eigentlich müssten Gods of Blitz zu den Großen im Luftraum des Rock’n’Roll gehören. Seit fünf Jahren beschreiten die Kreuzberger mit ihren hochgelobten Alben eine steile Karriere, begleiteten Maxïmo Park und Wolfmother auf ihren Tourneen und spielten auf den angesagten Festivals.

Auch bei ihrem Tour-Auftakt in der Reihe „Bigmouth Strikes Again“ im Schlachthof präsentierte sich die Band ganz groß: Garderobe wie die Hives, Sound wie die Beatsteaks, Arroganz wie die Strokes plus die obligatorische halbe Stunde Verspätung. Doch Gods of Blitz bleiben beim Vergleich mit anderen hängen und gehören darum zu vielen, die nur auf der Welle des Indierock mitschwimmen.

In Kassel wollte der so oft beschworene Funke nicht überspringen. Im Publikum geriet nur eine Hand voll wahrer Fans aus dem Häuschen, die Band-Mitglieder wirkten ratlos. Frontmann Nico Kozik verabschiedete sich mitten im Song an die Theke und drohte dem Laden scherzhaft mit der Gesundheitsbehörde.

Spürbaren Spaß auf der Bühne hatte lediglich Band-Neuzugang Carsten Brocker am Minimoog, der sich per Kassel-Shirt und Mitgliedschaft beim KSV Baunatal im Schlachthof als Lokalmatador feiern ließ und dabei Rotwein aus der Flasche trank.

Dass Gods of Blitz ganz nebenbei richtig gute Musik machen, merkten die Zuschauer erst bei der Zugabe. Vielleicht waren sie bis dahin auch nur von dem fürchterlichen Bandnamen abgeschreckt. Foto: bst

Von Philipp Brandstädter

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