Guter böser HipHopper: Beastie Boy Adam Yauch starb mit 47

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Die Beastie Boys: Adam „MCA“ Yauch (von links) mit Adam „Ad-Rock“ Horovitz und Michael „Mike D“ Diamond 1995.

Als die Beastie Boys vor zwei Wochen in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, hatte Adam Yauch keine Kraft mehr. Der Musiker konnte seine Bandkollegen Adam Horovitz und Mike Diamond nicht mehr zur Zeremonie nach Cleveland begleiten.

Seit drei Jahren kämpfte der New Yorker gegen seine Krebserkrankung. Am Freitag ist der 47-Jährige in seiner Geburtsstadt gestorben.

Der Tod des Familienvaters wird wohl auch das Ende einer der erfolgreichsten HipHop-Bands sein.

Adam Yauch (2010)

Das Web war schnell voll von Trauerbekundungen. Chuck D. (Public Enemy) sagte: „Die Beastie Boys sind böse Jungs, die Geschichte schrieben.“ Das Trio, das 1978 als Hardcore-Band begann, brachte den Punk in den HipHop. Ihr Debüt „Licensed To Ill“ schaffte es 1986 als erstes Rap-Album an die Spitze der US-Hitparade.

Später vermengten die Beastie Boys auch noch furios Funk, Soul und Jazz. Die drei jüdischen Kids aus der gehobenen New Yorker Mittelschicht rissen musikalische Grenzen ein und bewiesen, dass die Hautfarbe im HipHop egal ist.

Unter ihren Künstlernamen MCA (Yauch), Ad-Rock (Horovitz) und Mike D (Diamond) wurden die Beasties erfolgreiche Geschäftsleute mit eigener Plattenfirma und Modelinie. Und sie zeigten, dass man sich politisch engagieren und gleichzeitig cool sein kann. Yauch organisierte Benefizkonzerte für ein freies Tibet.

Nachdem bei ihm 2009 ein Tumor in der Speicheldrüse diagnostiziert wurde, reiste der bekennende Buddhist ins indische Exil des Dalai Lama und ließ sich von tibetischen Ärzten behandeln. Zunächst mit Erfolg. Vor einem Jahr veröffentlichten die Beastie Boys „Hot Sauce Commitee Part Two", das so gut klang wie „Licensed To Ill“.

Wie groß der Einfluss der Beastie Boys war, bewiesen Coldplay am Freitagabend: Beim Konzert in Los Angeles coverte die britische Rockband „Fight For Your Right To Party“ als Piano-Ballade. Nun ist die Party viel zu früh zu Ende gegangen.

Von Matthias Lohr

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