Interview: Ex-Türsteher Klaus Gunschmann vom Promi-Club P1 in München hat ein Buch geschrieben

Gutes Bauchgefühl ist wichtig

Du kommst hier nicht rein, aber wenigstens zum Interview: Ex-Türsteher Klaus Gunschmann hat 13 Anekdoten über den Münchener Club P1 aufgeschrieben. Foto: dpa

Er war 22 Jahre lang im angesagten Münchener Club P1 Türsteher. Oliver Gunschmann hat seine skurrilsten Erlebnisse an der Tür in seinem Buch „Du kommst hier nicht rein“ aufgeschrieben.

Wie schaffe ich es eigentlich, betrunken in eine Disko zu kommen?

Klaus Gunschmann: Zusammenreißen. Man schafft das schon, wenn man Stammgast in der Disko ist. Es kommt ja auch immer drauf an, wie viel man schon getrunken hat. Wenn der Gast nicht mehr gehen kann, sollte er jedenfalls nicht mehr in der Disko reingelassen werden.

Viele Gäste, die von Türstehern abgewiesen werden, beginnen zu diskutieren. Wie hoch ist da die Erfolgschance?

Gunschmann: Null.

Wurden Sie selbst schon mal in einem Club abgewiesen?

Gunschmann: Na klar, schon öfter. Ich bin selbst im P1 als junger Mann hundert Mal abgewiesen worden. Ich kam erst rein, als ich mich einer Gruppe um Clint Eastwood angeschlossen hatte. Zuletzt wurde ich im Queen Club in Paris abgelehnt. Das war aber auch ein Gay-Club, vielleicht haben die gesehen, dass ich nicht schwul bin.

Was macht einen guten Türsteher aus?

Gunschmann: Heute ist die Statur schon wichtiger als früher. Ein guter Türsteher interessiert sich für andere Menschen und respektiert diese. Zudem muss man ein gutes Bauchgefühl haben.

In vielen Großstädten ist es mittlerweile so, dass die Türsteher-Szene fest in krimineller Hand ist. Ein besorgniserregender Trend?

Gunschmann: In München gibt es so was zum Glück nicht. Solange die Clubinhaber damit leben können und das keine Auswirkungen auf die Gäste hat, ist dagegen nichts zu sagen. Der Trend in Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg ist allerdings schon besorgniserregend.

Sie haben mal gesagt: „Gutes Marketing besteht nicht darin, einen vollen Laden zu haben, sondern heulende Leute draußen.“ Ganz ehrlich: Wer weint denn, wenn er an der Disko abgewiesen wird?

Gunschmann: Ob Sie es glauben oder nicht, so was gibt es tatsächlich. Im P1 mussten wir am Abend oft 200 Leute abweisen, einfach weil der Club zu klein war. Da gab es schon einige Tränen bei den Mädchen.

Sie sind mal in eine Schlägerei mit den Toten Hosen geraten. Was war denn da los?

Gunschmann: Die Schlägerei hat drinnen angefangen, dann bin ich rein, um zu schlichten. Dabei habe ich was abbekommen und einen Kratzer an der Stirn davongetragen. Wem ich den zu verdanken habe, konnte aber nicht mehr aufgeklärt werden. Wichtig war nur, dass wir danach gemeinsam einen getrunken und gefeiert haben. Man sollte nie mit Aggressionen auseinandergehen.

Das P1 in München soll die angeblich härteste Tür Deutschlands haben. Warum?

Gunschmann: Wir hatten nur 200 Quadratmeter Platz, aber jeden Abend 600 Leute vor der Tür. So hat sich dann der Ruf entwickelt. Gute Chancen reinzukommen hatten vor allem die Gäste, die persönlich bekannt waren. Ich habe jeden Tag „Bunte“ und „Quick“ gelesen, um mir die Gesichter von den Stars und Sternchen einzuprägen.

Sie haben in Ihrem Buch 13 Anekdoten aufgeschrieben. Wie geht Anekdote Nummer 14?

Gunschmann: Die kann ich nicht erzählen. Ich habe vor, noch ein Buch zu schreiben. Da werde ich dann noch zwölf weitere Anekdoten aus meiner P1-Geschichte erzählen.

Klaus Gunschmann, „Du kommst hier nicht rein!“, Heyne, 240 Seiten, 12,99 Euro

Von Daniel Schneider

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