Bei der Premiere von „Rapunzel“ hatten die Kinder in der Komödie ihren Spaß

Die Haare als Strickleiter

Da muss Rapunzel vorsichtshalber mit dem Reisigbesen drohen: Robby Plücker als Königssohn und Hannah Baus als Rapunzel. Foto: Fischer

Kassel. „Rapunzel, lass dein Haar herunter“, ruft die böse Zauberin (Annika Zaich). Schwungvoll kommt ihr ein meterlanger Zopf entgegen. Prustend und ungelenk erklimmt sie daran den Turm. Sie hatte besagte Rapunzel dort eingesperrt – und das schon kurz nach ihrer Geburt. Wie gut, dass Rettung naht. Ein Königssohn (Robby Plücker), der zwar nicht gerade heldenhaft erscheint, aber sehr nett ist und von seinem Vater zur Brautsuche verdonnert wurde, entdeckt die eingesperrte Schöne (Hannah Baus), verliebt sich in sie, und nach einigen turbulenten Abenteuern geht es zum Heiraten auf das eigene Schloss.

Die Komödie Kassel hat sich in Sachen Weihnachtsmärchen bei den Brüdern Grimm bedient und mit „Rapunzel“ eine köstlich unterhaltsame und jederzeit kindgerechte Inszenierung auf die Bühne gebracht. Premiere war am Mittwoch. Die Ränge waren mit Kindern zwischen vier und acht Jahren gefüllt. Die Inszenierung von Marco Linke und Petra Stockinger hatte all das, was Kinderherzen 70 Minuten lang unbeschwerten Spaß bereitet. Jegliche Brutalität des Originaltextes wurde herausgestrichen, der Mitmachfaktor großgeschrieben.

„Wer steckt da im Schank? Wo ist Rapunzel, wo der Turm?“ Die Kinder antworteten im Chor. Sogar einige Petzen, die der Zauberin Tipps gaben, waren zu vernehmen.

Gelungen war auch die Idee, das Originalmärchen um einige liebevoll gezeichnete Charaktere zu erweitern. Varus, das Pferd des Prinzen, bibbert vor Ängstlichkeit, und mit dem freundlichen, witzigen Waldarbeiter Leopold (René Spitzer, auch als König), gibt es eine weitere Figur, die die Kinder schnell in ihr Herz geschlossen hatten. Und da die Textvorlage von Marco Linke auch noch viele witzige Dialoge enthält – „meine Schwester ist auch Hexe, die hat Hänsel und Gretel grad erwischt“ – und alle Darsteller überzeugend waren, gab es zum Schluss viel und lauten Applaus.

Viele weitere Termine, Karten: 0561-18383.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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