Neu im Kino: Tom Cruise als Geheimagent im Actionfilm „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“

Auf die Haftkraft kommt es an

Bloß keine Höhenangst: Ethan Hunt (Tom Cruise) muss an der Fassade des Burj Khalifa in Dubai emporklettern. Foto:  dpa

Es gibt Situationen, da ist ein leises Piepen das schönste Geräusch der Welt. Besonders, wenn man am 130. Stockwerk an der Fassade des höchsten Gebäudes der Welt hängt, und sich nur mit selbsthaftenden Handschuhen festsaugen kann. Diese Gecko-Fingerlinge signalisieren akustisch, dass die Haftkraft in Ordnung ist. Oder eben nicht. Dann blinkt der Handrücken rot, das Geräusch verändert sich, Achtung: Absturzgefahr.

Geheimagent Ethan Hunt muss unbedingt elf Stockwerke nach oben und sieben Fenstereinheiten nach links - hoch über Dubai im Burj Khalifa, außen über die Glasfront. Und wie er das um Haaresbreite meistert, gehört zu den Höhepunkten des Actionfilms „Mission Impossible“ mit einem wie stets strahlenden, aber recht humorfreien Tom Cruise in der Hauptrolle. Die vierte Folge der actionreichen Agentenreihe mit dem Titel „Phantom Protokoll“ baut eine Grundkonstellation auf, die den Helden und sein Team in eine möglichst ausweglose Situation bringt.

Hunt soll ins Archiv des Kremls eindringen. Gleichzeitig ist ein Atom-Terrorist vor Ort, der das Zentrum der russischen Staatsmacht zur Explosion bringt. Da die Regierung weiß, dass Hunt vor Ort war, denkt sie, es handele sich um einen feindlichen Akt der USA. Das Klima der Staatsbeziehungen sinkt auf null. Hunts Vorgesetzter kappt alle offiziellen Beziehungen zu seinem Team, schickt es in die Illegalität.

So beginnt die Hatz: In Moskau, Prag, Dubai und Mumbai verfolgen die Agenten den Atomschurken (Mikael Nykvist) und den Koffer mit Codes zum Aktivieren atomarer Sprengköpfe. Mit dabei: Komiker Simon Pegg, die sexy-knallharte Paula Patton und „Hurt Locker“-Entdeckung Jeremy Renner.

Vieles ist spannend und technisch beeindruckend umgesetzt in dem von Tom Cruise mitproduzierten Actionstreifen. Kampftechnischer Höhepunkt ist die Rangelei in einem automatischen Parkhaus, wo sich auf mobilen Ebenen unbemannte Autos bewegen.

Ein Glücksgriff ist die Regieentscheidung für Brad Bird, der bislang Animationsfilme für Pixar realisiert hat: Seine Lockerheit im Umgang mit dem Raum, die aus der Computeranimation kommt, seine Beschwingtheit in der Bildsprache und sein frecher Umgang mit den überbordenden Technik-Gadgets überzeugen. Die funktionieren nämlich beileibe nicht reibungsfrei, nicht nur die Klebe-Handschuhe, auch die Maschine zum Herstellen von Gesichtsmasken und ein kleiner Transport-Roboter, der sich unrettbar in einem Schacht festfährt.

Das gibt witzige Momente, das gibt Leichtigkeit und sogar eine Prise Ironie. All dies braucht „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ dringend, denn ansonsten kommt der Film sehr bräsig und bierernst daher. Der Grundkonflikt wirkt überholt und ohne Relevanz, der Schurke bleibt blass.

Genre: Action

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Bettina Fraschke

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