10.000 Käufer in einer Woche

Ein Handyspiel aus Kassel erobert iPhone-Welt

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Ausgezeichnet: Lennert Raesch (links) hält ein iPad mit dem Spiel in die Kamera. Stephan Göbel zeigt den Deutschen Computerspielpreis 2012. Das Team gewann in der Kategorie Bestes Nachwuchs-Konzept aus Schüler- und Studentenwettbewerb.

Kassel. Über 10.000 Downloads in einer Woche: Ein von Kasseler Studenten entwickeltes Handyspiel erobert gerade die iPhone-Welt. „About Love, Hate and the other ones“ heißt der vor Kurzem mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnete Zeitvertreib.

Es ist für 89 Cent im Appstore von Apple zu haben.

Die Aufgabe: Zwei schwarze Klumpen namens Love und Hate müssen einen roten Knopf erreichen, der sie in das nächste der 60 Level katapultiert. Dabei gilt es, verschiedene Hindernisse zu überqueren. Hilfe gibt es von anderen Spielfiguren, die unterschiedlich auf den aufgeschlossenen Love und den muffigen Hate reagieren.

Die Charaktere und Grafiken des Spiels entstammen dem Geist von Tobias Bilgeri. Der 34-Jährige studierte in Kassel Animation. Love und Hate waren die Hauptdarsteller in einer von ihm entworfenen Kurzfilmserie. Stephan Göbel (29) und Lennert Raesch (27), beide Informatikstudenten und leidenschaftliche Zocker, programmierten aus Bilgeris Ideen das Handyspiel. Später wurde es zu einem Teil ihrer Bachelorarbeit. Unterstützt wurde das Team vom Computerspielelabor „Black Pants“, einer Ausgründung der Uni Kassel.

„Zu wissen, dass irgendwo jetzt jemand sitzt, der unser Spiel spielt, ist ein geiles Gefühl“, gibt Stephan Göbel zu. Geschätzte 80 Prozent der Nutzer ihrer App kommen derzeit aus Deutschland. Kurzzeitig war das Spiel auf Platz fünf der bestverkauften Games für das iPhone in der Bundesrepublik. Zur besseren Einordnung: Im Schnitt, so hat es das Team ermittelt, kommen pro Stunde sechs neue Spiele für das iPhone auf den Markt. Zwar könnten sie im Moment vom Erlös des Spiels leben, es sei aber unwahrscheinlich, dass der Verkauf noch lange so gut laufe, sagt Raesch. Gut ein Drittel des Gewinns geht an die Firma Apple.

Aktuell bewerten ihre Kunden das Spiel mit 4,5 von fünf möglichen Sternen und loben die liebevolle Gestaltung. Wie viel Arbeitszeit sie in diesen Erfolg investiert haben, können die Entwickler nicht sagen. Fest steht allerdings, als App-Tüftler braucht man starke Nerven: Softwareriese Apple schaut den Entwicklern genau auf die Finger. Es bedarf mehrerer Prüfungen durch den Konzern, bis das Programm verkauft werden darf. Das soll den Verbraucher vor Schadsoftware schützen. „Vor allem die letzten Stunden vor der Verkaufsfreigabe waren aufregend. Doch Apple hatte nichts an unserem Spiel auszusetzen“, sagt Lennert Raesch.

Hintergrund

Bislang ist das Spiel nur in einer iPhone-Version verfügbar. Zwar läuft es auch auf iPads, allerdings in einer schlechten Qualität. Eine spezielle iPad-Version soll bald folgen. Auch für das Google-Betriebssystem Android ist eine Version in Planung.

Von Juri Auel

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