Handytrends in Musik-Clips: Adele und Erykah Badu feiern das Telefon

Generation Smartphone: Adele sang ihr „Hello“ in ein Klapphandy, das nun wieder als chic gilt. Fotos: Universal/nh

2015 war das Jahr des Handy im Pop: Erst sangen Adele und Drake über das Telefon, nun widmet Soul-Star Erykah Badu dem Gerät sogar ein ganzes Album.

Wer mit dem Handy telefoniere, hat der französische Bestsellerautor Frédéric Beigbeder einmal gesagt, „lebt nicht. Er ist vielleicht nicht tot, aber auch nicht sehr lebendig.“ Von wegen: So lebendig wie dieses Jahr war das Smartphone im Pop selten.

Erst landete der Kanadier Drake einen weltweiten Hit mit „Hotline Bling“, in dem der Rapper sich beklagt, dass seine Ex nicht mehr auf dem Handy anruft, seitdem er berühmt ist. Dann sang die Britin Adele ihr „Hello“ im dazugehörigen Video in ein Klapphandy. Seitdem gelten die Retro-Telefone wieder als chic und sind etwa bei Ebay gefragt.

Dabei kann man mit denen nur telefonieren, während moderne Smartphones alles können - zum Beispiel das neue Mixtape von Erykah Badu (44) abspielen, das passenderweise ein 37 Minuten langes Konzeptalbum über das Telefon ist.

„But You Caint Use My Phone“ ist die erste Veröffentlichung des Neo-Soul-Stars seit 2009 - da war das iPhone gerade mal zwei Jahre alt. Badu, die als Erica Abi Wright in Dallas geboren wurde, hatte 1997 als eine der ersten Soul, HipHop und Jazz vereint und kündigte nun „völlig neue Frequenzen für den Planeten“ an.

Eine Revolution ist „But You Caint Use My Phone“ nicht geworden, aber die elf Tracks zeigen doch, dass man über das Telefon immer noch berührende Geschichten erzählen kann. Zu schleppenden Bassdrums und schnellen Hi-Hats, wie sie im Südstaaten-HipHop beliebt sind, singt sie darüber, dass man doch endlich mal das Handy weglegen solle, wenn man mit jemandem redet.

Sie covert Drakes Handy-Hit unter dem Titel „Cell U Lar Device“ und liefert auch noch eine schöne Ballade mit André 3000 vom HipHop-Duo Outkast, der der Vater ihres erstes Sohnes ist. Im Zeitalter der Smombies, das gerade zum Jugendwort des Jahres gekürt wurde (aus Smartphone und Zombies) macht Badu uns klar, dass man nicht immer Whatsapp-Nachrichten verschicken muss, sondern ruhig auch mal anrufen kann.

Aber bitte nicht so, wie es AC/DC in „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ forderten. In dem Lied sang Bon Scott 1976 davon, man solle Tag und Nacht die 36-24-36 anrufen, was in Inches für die weiblichen Traummaße 90-60-90 steht. Die Nummer gehörte aber einem Ehepaar White aus Illinois, dessen Telefon nach der Veröffentlichung nicht mehr stillstand.

Erykah Badu: But You Caint Use My Phone (Motown/Universal) Wertung: drei von fünf Sternen

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