Am Harmoniehöhepunkt mit der neuen Kelly-Familie

Die neue Kelly-Familie auf der Bühne: (von links) Kira, Joseph, Emma, Helen, Gabriel und Angelo Kelly.

Baunatal. Angelo Kelly hat recht: „Die Menschen kommen nicht in unsere Konzerte, weil sie 13 Jahre sind und glauben, sie seien in mich verliebt", das hat er vorab unserer Zeitung gesagt. Stimmt. Aber viele der Zuschauer, die am Freitagabend in der Baunataler Stadthalle zum Konzert von Angelo Kelly und seiner Familie kommen, schwelgen vor, während und nach dem Konzert in Erinnerungen.

Sie erinnern sich an die Zeiten, als der jüngste Spross der Kelly-Family mit seinen Geschwistern und Vater Dan Kelly auf der Bühne standen. Die letzten Auftritte der Großfamilie, die erst auf der Straße Musik machte und dann in riesigen Konzerthallen, ist über 17 Jahre her - ein Comeback für zwei Auftritte gibt es 2017 in Dortmund. Die Karten waren innerhalb weniger Stunden vergriffen.

Jetzt sitzen viele der Fans von einst (zahlreiche mit ihren Kindern) in der vollen Baunataler Stadthalle. Auf der Bühne der mittlerweile 34-jährige Angelo Kelly, seiner Frau Kira und vier ihrer fünf Kinder. Gemeinsam singen sie irische und deutsche Weihnachtslieder. Tanzen. Sogar der anderthalbjährige William ist kurz dabei.

Doch auch wenn der Gesang von Emma (10) anrührt, Gabriel (15) und Helen (13) trotz grobem Wollpulli und verknittertem Baumwollhemd cool sind, Mutter Kira wie eine Elfe in gälischer Sprache singt und der putzig-trotzige Joseph (6), der lieber schmollend auf der Bühne sitzt, als am Mikrofon zu stehen und doch „Danny Boy“ herzergreifend anstimmt: Angelo Kelly ist und bleibt der Publikumsliebling. Das war er schon immer. Auch wenn er heute nicht mehr mit blond gelockter Mähne „An Angel“ gibt, ein paar Pfund zu viel auf den Rippen hat und niedlich nicht mehr das Wort ist, dass ihn beschreibt.

Er ist Familienvater und Musiker. Einer mit Humor. Einer, der seine Kinder trotz öffentlicher Auftritte vor zu viel Öffentlichkeit schützt - Interviews gibt nur er. Seinem Wunsch, dass keine Fotos während des Konzerts gemacht werden, kommen die Zuschauer nach. Kein Handy blinkt auf.

Mit Frau und Kindern erschafft er ein harmonisches Bild. Eines von einer neuen, modernen Kelly-Großfamilie, die in einer Welt voller brutaler Katastrophenmeldungen für rund 90 Minuten das Gefühl von Geborgenheit vermittelt. Dazu die gut arrangierten, mal fröhlichen und mal besinnlichen Weihnachtslieder, die von einer Band mit irischer Fiddle, Mandoline, Dudelsack und Trommel begleitet werden - Mitsingen und Mittanzen erwünscht.

Als sich alle Besucher am Schluss an den Händen halten und gemeinsam schunkelnd singen, ist der Harmoniehöhepunkt erreicht. Donnernder Applaus. Und beim Verlassen er Halle ist zu hören: „Hat er toll gemacht, der Angelo.

Von Maja Yüce

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.