Die ganz andere Lesung zum Fest mit Sabine und Katharina Wackernagel im Theaterstübchen

Der Hase kommt zu Weihnachten

Sabine (links) und Katharina Wackernagel. Foto: Socher

KASSEL. Arm ist der Maler Dürer, doch zu Weihnachten weiß er sich zu helfen. Verkauft er doch dem reichen Kaufherrn das Bild vom Hasen als rechtes Präsent zum Weihnachtsfest. „Dieser Hase spitzt die Löffel und lauscht der Botschaft.“

Sabine Wackernagel, Schauspielerin und Vorleserin, trägt die Geschichte mit Genuss vor. Und sie hält auf amüsante Weise ihr Versprechen, das sie einen Tag vor Heiligabend dem Publikum im drangvoll besetzten Theaterstübchen gegeben hatte: keine Weihnachtsgeschichten.

Die Lesung von Sabine Wackernagel und ihrer Tochter, der bekannten Film- und TV-Schauspielerin Katharina Wackernagel, war eine Performance besonderer Art: Wie die beiden sich im Dialog die Pointen zuschieben, wie die beiden lachen, wie sie ihre Nähe und ihr Vertrauen zelebrieren, war herrlich anzusehen.

Katharina mit den roten Stiefeln liest rau und ein wenig lässig, Sabine erwidert ihr mit weich-humorvollem Unterton: So ließen sie ihr Publikum teilhaben an den vergnüglichen Geschichten eines Robert Gernhardt und eines Max Goldt, entführten sie in fiktive Talk-Gespräche zwischen einer skandalumwitterten Schauspielerin, Ikone der Adenauer-Zeit, und ihrer frechen Interviewerin.

Zum Brüllen komisch auch die Beichte von der alkoholabhängigen Pfarrersfrau Susan, die in ihrer Affäre mit dem indischen Eckladenbesitzer den Glauben als besondere Varian-te begreift. Mit Poesie, Witz und Skurrilität garantierten die beiden Wackernagels Humor und entspannende Unterhaltung für den Tag vor dem großen Fest.

Nein, keine Weihnachtsgeschichten gab es, aber wie sagte Sabine Wackernagel zu Beginn der Lesung: „Immer sucht man die ganz andere Weihnachtsgeschichte, wir lesen jetzt einfach das, was Spaß macht.“ Der stürmische Applaus ihres Publikums war den beiden zum Schluss sicher.

Von Juliane Sattler

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