Die Theater-AG der Carl-Schomburg-Schule spielte „Der Kuss“

Er hatte Eiterpickel

Teamleistung: Die Spielerinnen Merve Kilic (von links), Helen Teweldebrhan, Fatima Gölbasi, Yaren Das, Kader Eyibil, Derya Durak und Nadia Khazrane. Foto: Fischer

Kassel. Eine Mädchenclique im noch ungeküssten Alter quält die Langeweile. „Wie wär es mit Flaschendrehen?“, schlägt eine vor und sorgt damit bei ihrer Freundin für eine prickelnde Idee: „Wir wetten, wer von uns als Erste einen Jungen küsst.“ Der Vorschlag wird – wenn auch nicht einstimmig – angenommen, und das Abenteuer der ersten, zarten Annäherung kann beginnen.

„Der Kuss“ heißt die amüsant aufbereitete Realitätsspiegelung, der die Theater-AG der Carl-Schomburg-Schule mit ihrem Leiter Eckhard Lück Bühnenschliff gab. Am Dienstag feierte das selbst geschriebene Stück, das auch auf den hessischen Schultheatertagen zu sehen sein wird, vor 50 Besuchern eine kräftig beklatschte Premiere.

Die Handlung: Sieben junge Mädchen – ein Thema: Was tun, um geküsst zu werden? Die Antworten kommen erfrischend, denn die Aura des Stückes lebt von Texten, die nicht erst erfunden werden mussten. „Wir haben bei den Proben viel improvisiert und ein Mädchen hat die Sätze mitgeschrieben“, erzählt Lück.

Das Ergebnis: Vorbereitung ist wichtig: Auf „Duschen, Labello und Kleidung“ setzt die eine, auf „romantische Gedichte“ eine andere. Und die Schuhe? „High Heels?“ Abgelehnt: „Damit bist du vielleicht größer als der Junge.“ Wie geht die Kontaktaufnahme? „Einfach auf dem Schulhof anlächeln.“ Mit jedem Tag wächst die Aufregung. Es wird heiß diskutiert, ein Buch zum Thema Küssen wird gewälzt – „ein Kuss verbraucht 20 Kalorien“ - und zur Übung wird schon mal der Spiegel abgeknutscht.

Und die Bilanz der Anstrengungen? „Meiner hatte Eiterpickel, wir machen uns zu Marionetten.“ Frustration kommt auf, doch die Rettung ist nah: „Da im Publikum ist ja noch ein Junge.“

Es spielten: Yaren Das, Derya Durak, Kader Eyibil, Fatima Gölbasi, Nadia Khazrane, Merve Kilic, Helen Teweldebrhan und Nikos Oikonomou.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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