Mit coolem Elektropop tritt Coco Sumner aus dem Schatten ihres Vaters Sting

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Verführerisch: Als I Blame Coco hat Stings Tochter Eliot Paulina Sumner (20) ein richtig gutes Debütalbum veröffentlicht.

Das erste Mal Schlagzeilen machte Coco Sumner vor eineinhalb Jahren. Die Tochter des englischen Musikers Sting brach bei einem Abendessen in Los Angeles zusammen, schlug mit dem Kopf auf und verlor durch den Unfall ihren Geruchssinn.

Eine ganze Zeit lang musste die 20-Jährige starke Medikamente nehmen. Aus diesen Erfahrungen hat Sumner das Lied „In Spirit Golden“ gemacht. Die unterkühlte Elektropop-Hymne ist einer der Höhepunkte ihres Debütalbums „The Constant“, das die junge Frau unter dem Namen I Blame Coco veröffentlicht hat.

Coco kann immer noch nichts riechen, und auch ihr Geschmackssinn ist weiterhin beeinträchtigt, aber „The Constant“ beweist, dass sie einen erstaunlich guten Riecher für Pophits hat. Die 13 Lieder zwischen Elektropop und Rock klingen frisch, zitieren die 80er, erinnern bisweilen an den opulenten Sound der US-Band The Killers und haben eine erstaunlich lange Halbwertszeit.

Auch ihr Vater soll beeindruckt gewesen sein von „The Constant“. Von dem ehemaligen Police-Frontmann hat Coco nicht nur die rauchige Stimme geerbt. Schon mit vier Jahren lernte das zweitjüngste von sechs Kindern Gitarre. Als sie zehn wurde, konnte sie das komplette Album „Never Mind The Bollocks“ von den Sex Pistols spielen.

Eliot Paulina Sumner, die von ihrer Mutter, der Schauspielerin und Filmproduzentin Trudie Styler, nur Coco genannt wurde, war also schon früh etwas Besonderes. Trotzdem sei ihre Kindheit im großen Landhaus im südenglischen Salisbury ganz normal gewesen, wie Sumner in Interviews berichtet. Wie alle anderen ging sie auf eine öffentliche Schule, mit 14 zog sie aber nach London, wo sie später Kunst studierte und auf offenen Bühnen in Bars im Stadtteil Camden auftrat.

Die ersten Songs für „The Constant“ schrieb Coco bereits als 15-Jährige, trotzdem wusste sie zuletzt nicht weiter: „Ich war ziemlich frustriert.“ Ohne Plan reiste sie nach Schweden, wo sie neue Freunde traf und auf einem Gnarls-Barkley-Konzert den Produzenten Klas Ahlund traf, der schon die Songs der schwedischen Sängerin Robyn veredelt hat. Ahlund gab „The Constant“ den letzten Schliff und sorgte auch für einen Gastauftritt von Robyn, die im wütenden „Caesar“ zu hören ist.

Manche sehen Coco, die zwischenzeitlich auch als Model arbeitete, schon als neues It-Girl. Doch die Welt der jungen Frauen, die nur berühmt sind und nichts können, ist nicht ihre. Coco träumt von etwas anderem: Sie möchte wieder riechen können. Vor allem die Gerüche von Speck und Benzin vermisst sie.

I Blame Coco: The Constant (Island / Universal).

Wertung: vier von fünf Sternen

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