Druckgrafiken von Friedrich Meckseper in der Galerie Puri

Haus und Schnecke

Spiel mit Größenverhältnissen: Grafik von Friedrich Meckseper. Foto: de Filippo

Kassel. Diese Ausstellung ist ein kleines Wunder. Über 90 Druckgrafiken von Friedrich Meckseper zeigt die Galerie Puri zurzeit. Und das, obwohl die Arbeiten des Künstlers seit Langem vergriffen sind. Zu verdanken ist diese in jeder Hinsicht beachtliche Schau der Sammelleidenschaft von Galerist Stephan F. Löber. 1976 kaufte er seinen ersten Meckseper und hat seitdem eine stattliche Anzahl von Originalen zusammengetragen.

Als Stillleben könnte man viele von Mecksepers Arbeiten bezeichnen. Nicht im klassischen Sinne, aber nach kompositorischen Gesichtspunkten. Der in Berlin lebende Künstler stellt Gegenstände zu seltsamen Sammelsurien zusammen: Steine, Glühbirnen, Sprungfedern und Uhrwerke. Dinge, die auch auf seine Technikbegeisterung verweisen.

Meckseper spielt gern mit Größenunterschieden. Ein Haus ist plötzlich ebenso groß wie ein Schneckenhaus, in einer anderen Arbeit dient ein Gebäude als Buchstütze. Allen Werken eigen sind die präzise Ausführung, die zeichnerische Qualität und die zurückhaltende Farbgebung.

Nur selten stellt Meckseper Menschen dar. In seiner Allegorie des Literaturnobelpreises liegt ein Buch aufgeschlagen auf dem Tisch. Die Seiten scheinen sich zu bewegen. Vom Leser fehlt allerdings jede Spur. Ausnahme ist das Blatt „Selbst - die Last der Radierung tragend“. Ein Bildnis, in dem der Künstler in gebückter Haltung zu sehen ist. Auf seinen Schultern lastet ein turmartiges Gebilde, an dessen Rand eine kleine Einführung in die Drucktechnik steht.

Meckseper nimmt sich selbst nicht so ernst. Das wird auch in einem anderen Selbstporträt deutlich. Das zeigt lediglich eine Nase und einen kunstvoll gezwirbelten Schnurrbart - das Markenzeichen des Künstlers.

Bis 27. März, in der Galerie Puri, Rolandstraße 3, Mi bis Fr 9 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr.

Von Pamela De Filippo

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