1. Startseite
  2. Kultur

Heinrich Schütz erklingt im Klangdom

Erstellt:

Von: Bettina Fraschke

Kommentare

Konzentriert: Olaf Schmitt (Kasseler Musiktage, links), Christina Siegfried (Heinrich-Schütz-Musikfest) und Gerold Eppler (Museum für Sepulkralkultur) beim Probehören in der Klanginstallation von Fabian Russ im Sepulkralmuseum als Teil der KAsseler Musiktage 2022.
Konzentriert: Olaf Schmitt (Kasseler Musiktage, links), Christina Siegfried (Heinrich-Schütz-Musikfest) und Gerold Eppler (Museum für Sepulkralkultur) beim Probehören in der Klanginstallation im Sepulkralmuseum. © Andreas Fischer

Musikinstallation im Sepulkralmuseum präsentiert Heinrich Schütz ganz neu: Fabian Russ hat ein beeindruckendes Auiokunstwerk geschaffen. Freier Eintritt.

Kassel – Elektronisches Britzeln, ein rhythmisches Klackern wie bei einem Zug, der Fahrt aufnimmt, leise setzt frühbarocke Musik ein, steigert sich, entfaltet sich. Alsbald umhüllt sie die Zuhörer im Klangdom von Fabian Russ, der auf der Mittelebene im Museum für Sepulkralkultur aufgebaut und bis 6. November zu erleben ist. Ein Highlight bei den Kasseler Musiktagen.

Nach einer Idee von Christina Siegfried, Intendantin des Heinrich-Schütz-Musikfests, hat Russ eine 32-kanalige Audioinstallation entwickelt, die im Schütz-Jahr 2022 an verschiedenen Orten zu erleben war, unter anderem in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche. Nun also in Kassel, bei freiem Eintritt. Besucher der documenta 13 von 2012 könnten sich an die Installation „For a Thousand Years“ von Cardiff/Miller in der Karlsaue erinnert fühlen, wo unter Bäumen eine räumlich vielschichtige Klangkulisse entstand. Natürlich stand dort die Musik nicht im Zentrum.

„Ich habe mich gefragt, was einen Klangkünstler wie den Leipziger Fabian Russ mit Heinrich Schütz verbindet“, erklärt Christina Siegfried. „Es ist die räumliche Gestaltung von Musik.“ So sei die Idee eines Klangdoms mit 32 Lautsprechern entstanden, in dem man beim Zuhören Schütz ganz neu, aber auch ganz traditionsbewusst erleben kann. In großer Detailliebe lässt Russ die Klänge in seinem akustischen Raum hin und her wandern, das ermöglicht das tiefe Eintauchen in den musikalischen Kosmos Heinrich Schütz’.

Die 3D-Installation besteht aus vier Klangdateien, die je um die 25 Minuten lang sind. Part 1, „Kaleidoskop der Räume“, beschäftigt sich mit den Psalmen Davids, Part 2, „Time Traveller“, mit den Exequien, Part 3, „Nicht von dieser Welt“, mit der Passion und Part 4, „Liebe“, steht unter der Bitte „Verleih uns Frieden“. Wer die Mittelebene betritt, kann sich auch ans Aufsichtspersonal wenden und bitten, dass ein bestimmter Part abgespielt wird, sagen Gerold Eppler und Jutta Lange vom Sepulkralmuseum.

„Kaleidoskop der Räume“, Museum für Sepulkralkultur, Di bis So, 10 - 17 Uhr, Mi bis 20 Uhr. Bis 6. November, Eintritt frei.

Auch interessant

Kommentare