Heiratsschwindel, leicht gemacht: Max Tidof in der Komödie „Auf und Davon“

Natalie O’Hara als Elizabeth und Charlie (Max Tidof). Foto: Schachtschneider

Baunatal. Die Dame, gibt sich als Gräfin aus, französelt auffällig überdreht, spielt die sittsame und von finanziellen Unglücksfällen Gebeutelte und erleichtert mit dieser Masche zusammen mit ihrem angeblichen Mädchen gutgläubige Verehrer um beträchtliche Summen.

Die Komödie „Auf und Davon“, geschrieben von dem australischen Autor Peter Yeldham, offenbarte schon in den ersten Minuten, worum es geht: Heiratsschwindel nennt man das, und von dieser Gattung gibt es eben auch weibliche Exemplare.

400 Besucher hatten am Montag in der Stadthalle Baunatal ihr Vergnügen daran, wie Elisabeth (Natalie O’Hara) und Josephine (Martine Schrey) ihre Kunden erleichtern, und noch mehr, wie sie in Charly (Max Tidof, amüsant und verschlagen), einem ihrer vermeintlichen Opfer, ihren Meister finden.

Der nämlich deckt die Machenschaften der beiden auf und erpresst sie, fortan als Trio zahlungskräftige Männer gemeinsam übers Ohr zu hauen. Weil Charly so charmant wie gerissen ist, scheffelt das Gauner-Trio nun noch mehr Bares. Zumindest so lange, bis die beiden Damen sich in Charly vergucken und die Eifersucht zu dominieren beginnt. Zu Recht, denn Macho Charly erzählt jeder, sie sei die einzige Frau seines Herzens. Als er dann auch noch vorgibt, eigentlich Banker auf Abenteuersuche zu sein, danach eine Zeit lang verschwindet und schließlich als Kripo-Inspektor wieder auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Die Inszenierung der „Schauspielbühnen in Stuttgart“, bei der Manfred Langner Regie führte, kam bestens beim Publikum an und unterstrich: Es muss nicht immer lauthals gelacht werden, um sich prächtig unterhalten zu fühlen.

Witzige und intelligent geschriebene Dialoge, eine spannende Handlung, eine vor Esprit strotzende Darstellerriege – fertig ist das große Bühnenvergnügen. Das Publikum bedankte sich mit reichlich Applaus.

Es spielten außerdem: Axel Weidemann, Susanne Theil, Gideon Rapp und Volker Risch.

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