Die Akkordeon-Formation „Tango Transit“ überzeugte im Theaterstübchen mit eigenen Kompositionen und viel Hingabe

Heißer Tango trifft auf coolen Jazz

Furios von Anfang bis Ende: Das Trio „Tango Transit“ mit Martin Wagner (von links), Hanns Höhn und Andreas Neubauer. Foto:  Malmus

Kassel. Was sich die meisten Bands für ein spannendes Finale aufheben, gab es von dem Jazz-Trio „Tango Tansit“ durchgehend: furiose Rhythmussteigerungen, leidenschaftlich ausgedehnte Soli und die Bereitschaft, aus sich und dem Instrument das Letzte herauszuholen. Das Genre, dem sie sich verschrieben haben, dürfte daran nicht ganz unschuldig sein: Tango – und diese Musik verlangt eben schon von der ersten Minute an Feuer und Hingabe.

Der Tango, den Martin Wagner (Akkordeon), der in Paris lebende Schlagzeuger Andreas Neubauer und der Bassist Hanns Höhn zu Gehör bringen, ist aber nicht nur aus Temperament und traditionellen Vorgaben gegossen, sondern auch aus Jazz- und klassischen Elementen. Alle Kompositionen hat Wagner außerdem selbst geschrieben.

„Wir sind aufgewacht, hatten einen argentinischen Traum und haben uns darüber gefunden.“

Martin Wagner

Der Sound bekommt seine besondere Ausstrahlung durch die prägnanten Klangfarben, die die wieselflinken Finger Wagners dem Akkordeon entlocken. Eine spannende und variationsreiche Melange präsentierten die drei ausgezeichneten Musiker da am Dienstagabend im Theaterstübchen. Bedauerlich, dass der Saal nur etwa zur Hälfte gefüllt war. Der Bekanntheitsgrad wächst bei Jazz-Musikern eben nur mit der Zeit.

Tango Transit spielen erst seit zwei Jahren zusammen. „Wir sind aufgewacht, hatten einen argentinischen Traum und haben uns darüber gefunden“, erzählt Martin Wagner, dessen Akkordeonspiel genauso begeisterte wie die Optik seines Instrumentes aus rotem Ahornholz. „Als ich das sah, ließ es mich nicht mehr los. Es zu kaufen, war wie eine Zwangshandlung.“

Das aktuelle Album „Preview“ dürfte dem Trio viele Türen öffnen. Druckvolle Rhythmen und hohe spieltechnische Dynamik gleiten unmerklich in Momente der Ruhe. Sekunden später ein Themen- und Stimmungswechsel. Virtuosität auf den Instrumenten und Homogenität im Zusammenspiel machen das möglich. Viel Applaus dafür und zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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