Sponte-Bläserquintett beim Kammerkonzert

Heiter und drollig

KASSEL. Die Formulierung aus dem Programmheft ist so treffend, dass man sie einfach zitieren muss: „Die häufige Komik seiner Themen, deren oft virtuos-verrückte Intervalle heitere Purzelbäume schlagen, macht jedes Zuhören zur vergnüglichen Überraschung.“

Die Rede ist vom französischen Komponisten Jean Françaix (1912-1997), der am 23. Mai hundert Jahre alt geworden wäre. Beim Kammerkonzert im Opernfoyer gab es allerlei Purzelbäume aus seiner Feder.

Das Sponte-Bläserquintett spielte für 70 Zuhörer zum krönenden Abschluss sein 1. Bläserquintett. Zu den Eigenheiten von Françaix zählen effektvolle Kontraste. So bricht etwa im Finale „Tempo di marcia francese“ die drollige Umtriebigkeit unerwartet für eine Weile ab und man fragt sich: Wie geht es jetzt denn weiter?

Alles andere als eine Überraschung war aber, dass die ausgezeichneten Musiker viel Jubel einheimsten. Ein verdienter Erfolg für das Sponte-Quintett, das 2001 spontan in der Mensa der Kölner Musikhochschule gegründet wurde und seitdem in wechselnden Besetzungen auftritt.

Aus dem Staatsorchester war im Opernfoyer der Hornist Joachim Pfannschmidt dabei, ein Sponte-Gründungsmitglied, sowie die Flötistin Judith Hoffmann. Außerdem musizierten Mirjam Budday (Oboe), Stephan Oberle (Klarinette) und Tonia Solle (Fagott). Ein ausgewogenes, brillant-kultiviertes Spiel - übrigens im Stehen.

Was es außer Françaix gab? Nostalgisches von Darius Milhaud („La cheminée du roi René“) und Herzhaft-Böhmisches von Josef Bohuslav  Foerster (Quintett op. 95). In der Zugabe erfreute Tänzerisches: ein Ugros des Ungarn Ferenc Farkas.

Von Georg Pepl

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