Das Trio di Clarone beim Kultursommer

Ist es heiter, ist es wehmütig?

Sie trifft mit ihrem Trio den noblen Mozart-Ton: Sabine Meyer. Archivfoto: Picture-Alliance

Bad Wildungen. Ein edler Abend: Nach dem Flanieren durch den Kurpark gelangte der Konzertbesucher zur Wandelhalle, wo er Klassik in vollendet reifem Zusammenspiel erlebte. Beim Kultursommer Nordhessen in Bad Wildungen gastierte das Trio di Clarone: Sabine Meyer, Wolfgang Meyer und Reiner Wehle. Spitzenmusiker, außerdem Schwester, Bruder und Ehemann.

Ist es heiter, ist es wehmütig? Solche Fragen mochte sich der Zuhörer beim Auftakt mit Mozarts 2. Divertimento für drei Bassetthörner stellen. Das italienische Wort „Divertimento“ bedeutet „Vergnügen“. Doch Mozarts Musik ist vielschichtig, und so erfährt das Vergnügliche eine Vertiefung. Auch durch den Klang der Instrumente: Dunkel und ernst klingen Bassetthörner, die Vertreter der Tenorlage in der Klarinettenfamilie.

Als erstes Ensemble unserer Zeit hat das 1983 gegründete Trio diese Stücke in der Originalbesetzung gespielt. Es beherrscht sie dementsprechend meisterhaft, trifft den Mozart-Ton einer musikantischen Noblesse: Verfeinerung mit spontan anmutender Selbstverständlichkeit.

Aufs Anschaulichste demonstriert wurde der Doppelcharakter der Klarinette zwischen schwärmerischem Seelenton und sprudelnder Virtuosität mit einem Duo des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel und der vom Moderator Reiner Wehle gespielten Solosonate von Edison Denisov (1929-1996). Faszinierend die „schrägen“ Mikrointervalle bei Denisov.

Ebenso spannend, wie die Musiker Bachs 5. Französische Suite auf zwei Klarinetten und Bassetthorn phrasierten: Bach mit Schwung, aber ohne maschinenhafte Motorik, in die Pianisten allzu leicht verfallen. Der Abend brachte für die 250 Gäste noch manch andere Preziose. Etwa Beethovens Trio-Variationen über Mozarts „La ci darem la mano“ - mit einer glänzenden Sabine Meyer.

Von Georg Pepl

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