Trickfilm-Studenten zeigen kurze Spots auf einer LED-Wand am Altmarkt

Heiteres für die Rotphase

Botschaft an die Autofahrer: Alles wird gut, verspricht der Trickfilm von Seda Kaçak. Foto: De Filippo

Kassel. Normalerweise sind Autofahrer genervt von roten Ampeln. An der Kasseler Altmarkt-Kreuzung dürfte das zurzeit anders sein. Denn seit ein paar Tagen sind dort auf einer LED-Wand Filme von Trickfilm-Studenten zu sehen. Unterhaltsame, kurze Spots - ideal, um die Wartezeit zu verkürzen.

Die Idee zum ungewöhnlichen Projekt hatte Lukas Thiele, der an der Kasseler Kunsthochschule Trickfilm studiert. „Ich habe das in Berlin gesehen: Dort liefen Festival-Beiträge in U-Bahnhöfen“, erzählt er. Als er die LED-Werbetafel am Altmarkt entdeckte, sah er darin die perfekte Möglichkeit, die Werke seiner Mitstudenten zu präsentieren. Thiele selbst konnte aus Zeitgründen nicht mitwirken, Professorin Martina Bramkamp und die jungen Trickfilmer waren von seiner Idee allerdings begeistert. Und auch die Firma LED-Marketing, die die Werbefläche vermietet, hat das Konzept überzeugt.

Zwei Monate haben die Studierenden an ihren kurzen Spots gearbeitet. Insgesamt sind 20 Filme entstanden, die allesamt eine Botschaft an die Autofahrer vermitteln sollen. Aufmunternd ist zum Beispiel Seda Kaçaks Werk „Everything will be ok“, und Florian Maubach fordert die Zuschauer auf: „Geh zum Frisör!“ Illustriert hat er diesen Slogan mit einem Mann, dessen Haare und Bart in Sekundenschnelle wachsen - und dann ebenso schnell wieder gestutzt werden.

„Wir haben versucht, uns in die Autofahrer hineinzuversetzen“, sagt Maubach. Die Botschaften mussten deshalb knapp und klar sein, die Bildsprache einfach und originell.

Bis zum 20. Juli sind die Werke der Trickfilmer zu sehen - zwischen Werbespots für Autos und Pfandleihhäuser, täglich von 5.30 Uhr morgens bis 1.30 Uhr nachts. „Für uns ist das eine einmalige Chance. Dort laufen unsere Filme den ganzen Tag und erreichen ein großes Publikum“, sagt Florian Maubach. Die Spots wechseln übrigens jede Woche. Fünf Trickfilme laufen jeweils sieben Tage in der Dauer-Schleife, dann gibt es ein neues Programm. Abwechslung in der Rotphase ist also garantiert.

Von Pamela De Filippo

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