Neu im Kino: Die Comic-Verfilmung „Kick-Ass“ ist ein cooler und blutiger Spaß

Helden wie du und ich

So lustig waren Supermänner selten: Kick-Ass (Aaron Johnson) zeigt den Bösewichten, dass man gelbe Handschuhe nicht immer nur zur Gartenarbeit tragen muss. Foto:  Universal

Dieser Film wird für Gesprächsstoff unter Moralaposteln und Comic-Fans sorgen. Die einen werden bei „Kick-Ass“ die guten Sitten gefährdet sehen, die anderen ein Genre-Highlight feiern.

Dave Lizewski (Aaron Johnson) ist weder hübsch noch cool und für die Mädchen seiner Schule völlig unsichtbar. Auch deshalb will der Teenager als neuer Superheld die Straßen seiner Stadt sicherer machen. Die Beschaffung der standesgemäßen Arbeitsbekleidung und ein bisschen Training sind kein Problem.

Doch schon die erste Konfrontation mit zwei Autodieben wird zum Fiasko, das Dave nur knapp überlebt. Doch dann wird er als „Kick-Ass“ zur Internet-Attraktion. Er gerät ins Fadenkreuz eines bösen Gangsterbosses und erhält Rückendeckung durch die elfjährige Superheldin „Hit-Girl“ (eine Sensation: Chloë Moretz) und ihren „Big Daddy“ (Nicolas Cage).

In Luc Bessons zum Kultfilm avancierten Thriller „Léon – Der Profi“ bildete Auftragskiller Jean Reno die damals zwölfjährige Natalie Portman zur Kollegin aus. Wenn nun Nicolas Cage seine ebenfalls zwölf Jahre alte Filmtochter zur menschlichen Waffe trainiert, sind durchaus Parallelen zu erkennen. Allerdings ist „Kick-Ass“ der böse, gewalttätigere, aber auch wesentlich humorvollere Bruder von „Léon“.

Regisseur Matthew Vaughn („Der Sternwanderer“) hat sich auf keine Kompromisse eingelassen, er setzt alles auf eine Karte - und gewinnt haushoch. Viele Comic-Verfilmungen wollen unbedingt cool sein und geraten deshalb zur Lachnummer. In „Kick-Ass“ gibt es viel zu lachen, aber in Sachen Coolness werden neue Maßstäbe gesetzt.

Die Altersfreigabe ab 16 trifft viele jugendliche Comic-Fans natürlich hart, aber sie ist gerechtfertigt, und man sollte als Erwachsener nicht auf den Gedanken kommen, Altersgenossen von „Hit-Girl“ ins Kino zu schleusen. Auf der Leinwand wird heftigst gemetzelt, Mikrowelle und Schrottpresse inklusive.

Der Streifen hält nicht nur die beste Rolle für Nicolas Cage seit Jahren bereit. Eine junge Dame stiehlt allen die Show. Chloë Moretz („The Amityville Horror“) ist auf der Leinwand eine Naturgewalt.

Es ist legitim, darüber zu diskutieren, ob ein so junges Mädchen in solch einem Film mitspielen sollte. Aber in Interviews beweist die Nachwuchsschauspielerin, dass sie über die nötige Intelligenz und Reife verfügt. Außer Frage steht, dass Chloë mit ihrem Auftritt die Tür zu einer großen Karriere aufstößt, so wie es Natalie Portman seinerzeit mit „Léon“ tat. Auch Scorsese hat schon angefragt.

Genre: Comic-Verfilmung

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!!

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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