Musiktage: Studierende gastierten im Ständesaal

Hell und dunkel

Kassel. Kurz vor Schluss der Kasseler Musiktage führte am Sonntagmittag im Ständesaal eine vierte Expedition in die mal lichtdurchflutete, mal nebulöse Welt des französischen Impressionismus: Dank der gelungenen Kooperation der Musikakademie mit dem Musikfest gaben neun Studierende Kostproben ihres Könnens. Auch dabei gab es hellere und dunklere Momente.

Während Mezzosopranistin Yeo-Jin Lee, begleitet von Soo-Young Yoon, Faurés „Après un rêve“ etwas zu routiniert anging, verlieh die Cellistin Mika Lee ihm eine warme Klangschönheit und melancholische Intensität. Die Sängerin fühlte sich in der aphoristischen Kürze von Debussys „Fêtes galantes“ wohler, doch auch hier war der Text leider kaum zu verstehen.

Im federleichten Solowerk „Pièce“ (1962) von Jacques Ibert lebt der Impressionismus geisterhaft weiter, was Flötist Hu Wenji mit schönem Ton und zartem Vibrato illustrierte. Nicht ganz so glücklich gelang Miun Lee „Introduktion und Rondo capriccioso“ von Saint-Saëns, das kaum über den Status eines Bravourstücks hinauskam. Geiger Eunsuk Kim kämpfte sich durch das Klavierklang-Massiv der A-Dur-Sonate César Francks, indem er besonders das düstere Grübeln des Anfangssatzes gut auskostete.

Zum Lichtblick wurden die emotional gespielte „Élegie“ Faurés (Mika Lee und Shanji Quan) sowie eine Auswahl aus Debussys „Ariettes oubliées“: Sopranistin Chie Nagai bewegte sich sicher in den Klangfluten, vor allem aber zog Ajako Ito am Klavier mit einer genauso einfühlsamen wie souveränen Interpretation die 80 Zuhörer in den Bann.

Von Felix Werthschulte

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