Der britische Chor des Sidney Sussex College der Universität Cambridge gastierte in der Klosterkirche

Hellwach für geistliche Wohlklänge

Konzentration: Die Sänger des Sidney Sussex College der Universität Cambridge beim Auftritt in Nordshausen. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Wenn Musik aus dem Herzblut eines gläubigen Komponisten stammt, hat sie eine ganz besondere Ausstrahlung.

Schon die Titel der Lieder, die der Chor der Universität Cambridge am Sonntag in der bis auf den letzten Platz gefüllten Klosterkirche zum Strahlen brachte, sind Herzöffner für Bibelkenner: „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ (nach Psalm 91, 11-12) von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), „Hosanna To The Son Of David“ aus der Feder des englischen Komponisten Thomas Weelkes (1573-1623) wie auch „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Heinrich Schütz (1585-1672) sind allesamt geistliche Goldschmiedearbeiten zu Ehren des Höchsten.

Der Chor, der sich mit 14 Sängerinnen und zehn Sängern (Leitung: Dr. David Skinner) präsentierte, hatte noch mehr solcher Schmuckstücke in seiner Auslage. Die jungen Interpreten sind derzeit auf einer Tournee zu Bach-Wirkungsstätten in Deutschland, und da Eisenach nicht fern ist und ein Konzert in Kassel gut ins Reisekonzept passte, rückte ein Gastspiel rasch in den Fokus. Die Klosterkirche erschien mit ihrer großartigen Akustik perfekt.

So manch einen Besucher sah man mit geschlossenen Augen lauschen und sich von diesem warmen, wunderbar differenzierten Chorgesang in andere Sphären mitnehmen.

Die Qualität dieses Chores ist bemerkenswert: Hellwach und sensibel in der Beherrschung der dramaturgischen Muster, klar und präsent bei den ausdifferenzierten Klangschichten und zudem gut bestückt auch mit kräftigen Stimmen, die bei den laut anschwellenden Passagen mit Entschlossenheit glänzten.

Stücke wie „I Sat Down Under His Shadow“ von Edward Bairstow (1874-1946) oder „This Marriage“ und „Lux auriumque“ des zeitgenössischen Komponisten Eric Whitacre muss man erleben. Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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