Die Göttinger Händel-Festspiele stehen diesmal im Zeichen der Personalunion von Hannover und England

Herrschaftszeiten in der Musik

Der künstlerischer Leiter: Laurence Cummings. Fotos: Festspiele/nh

Göttingen. Moment mal! Ein bayerischer Kraftausdruck als Motto der Internationalen Göttinger Händel-Festspiele? Nein, so ist das „Herrschaftszeiten!“ nicht gemeint. Der Nachsatz deutet es an: „Händel Royal“. Das renommierte Musikfest steht im Zeichen eines großen Jubiläums: Vor 300 Jahren begann die Personalunion zwischen Hannover und England. Für 123 Jahre war von 1714 bis 1837 der Herrscher von Hannover auch der König von Großbritannien. Und Georg Friedrich Händel stand als Komponist des Königshauses in London im Zentrum des Geschehens. Grund genug, dies bei den Festspielen vom 29. Mai bis 10. Juni ausgiebig zu würdigen.

Krönungsmusiken

In drei Konzerten eines „Krönungszyklus“ sind Kompositionen für die britischen Monarchen aus dem Haus Hannover zu hören. Musik zur Krönung Georgs I. von 1714 (30.5.), Coronation Anthems für Georg II. von 1727 (7.6.) und das Oratorium „Requiem für einen König“ auf den Tod Georgs I. von Johann Mattheson (9.6.). Diese Konzerte sind eine Koproduktion mit der großen Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“, die vom 17.5. bis 5.10 in Hannover und Celle gezeigt wird.

Personalunion aktuell

Zum Jubiläum trifft es sich besonders gut, dass der künstlerische Leiter der Händel-Festpsiele, Laurence Cummings, auch die Londoner Händel Festspiele leitet - „und somit in Personalunion musikalisch in London und Göttingen regiert“, wie Festspiel-Intendant Tobias Wolff gestern bei der Vorstellung des Programms betonte.

Oper „Faramondo“

Wie in jedem Jahr steht auch diesmal die Oper im Zentrum des Programms. Die 1738 uraufgeführte Oper „Faramondo“ wird erstmals in Göttingen aufgeführt. Laut Laurence Cummings, dem musikalischen Leiter, „ein kraftvolles, ja kriegerisches Stück um eine königliche Intrige“. Die Titelpartie singt die US-Mezzosopranistin Emily Fons, Regie führt Paul Curran (Premiere: 31.5.).

Familien und Jugendliche

Die Händel-Festspiele setzen auch 2014 auf Familienfreundlichkeit und wollen insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen. Die Oper „Faramondo“ wird deshalb am 7.6. in einer verkürzten „Familienfassung“ zu erleben sein. Und am 8.6. ist ein Public Viewing geplant (der Ort wird noch bekanntgegeben). Auch eine Hip-Hop-Händel-Oper „FamilienBande“ mit Jugendlichen und für Jugendliche steht auf dem Programm (Premiere: 3.5.).

Konzerte

Zu den Höhepunkten im reichhaltigen Konzertprogramm zählt die Aufführung des Händel-Oratoriums „Joshua“ mit dem NDR-Chor und dem Festspiel-Orchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings (29.5.). Gast-Auftritte bestreiten unter anderem das Ensemble l’Arpeggiata mit einem Purcell-Händel-Programm (6.6.) und die von Laurence Cummings geleiteten London Handel Players mit einem gemischten Barock-Programm (4.6.). Das Göttinger Symphonie-Orchester lädt am 1.6. zu einem London-Programm unter dem Motto „Rule, Britannia“ ein. Erstmals stellen sich Musiker des Festspielorchesters (FOG) in einer fünfteiligen Kammermusikreihe „FOG im Fokus“ solistisch vor.

In der Region

Zu den Konzerten an Spielorten in der Region Göttingen zählen ein Kammerkonzert im Welfenschloss von Hann. Münden („Musik der Mächtigen“, 4.6.) und ein Preisträgerkonzert in Hardegsen (9.6.).

Der Vorverkauf beginnt am 20. Januar. Hotline: 01805-700 733, Online: www.haendel-ferstspiele.de

Von Werner Fritsch

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